Tages-Anzeiger



Der ultimative Sommerkick

Aktualisiert am 06.07.2010

Sie waren schon Pedalo fahren und auch schon im Letten und fragen sich: Was nun? Unser Vorschlag: Gehen Sie doch mal Nacktwandern auf der Bahnhofstrasse.

Kürzlich war es draussen 30 Grad im Schatten und drinnen in unserem wohltemperierten Büro noch 11 Grad wärmer. In dieser Fieberzone schwitzten unsere hitzegeplagten Gehirne ein paar nette Zürcher Sommerplausch-Ideen aus, die Sie – bitte, bitte, bitte! – auf keinen Fall ernst nehmen sollen. Wir wünschen trotzdem viel Vergnügen.

Flitzen in der City Es muss nicht immer das Appenzell sein, Nacktwandern kann man auch in Zürich. Und wo besser als auf der Bahnhofstrasse? Weil flitzen und shoppen! Was sich wegen der Hitze empfiehlt, ist Schuhwerk. Und da zeigt sich bereits der Vorteil des Nacktwanderns in der City: Es müssen keine Wanderschuhe sein. Los gehts für Anfänger vom Bürkliplatz aus straight zum Bahnhof. Wird man von prüden Geistern aufgehalten, einfach leicht verwirrt nach dem Seebad Enge fragen. Man sei dort in der Sauna gewesen, ins Wasser gesprungen, und irgendwie habe man die Orientierung verloren. Profis machen es umgekehrt. Sie starten beim Bahnhof und erschrecken vor den Juwelieren arabische Touristen. Für Frauen empfiehlt sich dann ein Abstecher in die Männerbadi bei der Sihlporte, für Männer einer in die Frauenbadi. Aber hallo, d e n Empfang vergisst man nicht mehr so schnell. (reu)

Abkühlen in der Sihl Die Sihl ist die Nicky Hilton unter Zürichs Flüssen. Nicky sieht nicht nur gleich aus wie ihre Schwester, sie verschwendet auch das gleiche Jetset-Leben. Trotzdem reden alle nur von Paris. Genauso verhält es sich mit der Sihl. Im Schatten ihrer Schwester, der Limmat, führt Zürichs zweiter Fluss ein verdunkeltes Dasein. Selbst bei 30 Grad sagt niemand: «Komm, wir gehen in die Sihl», wogegen sich alle Badeplätze an der Limmat dreifach besetzen liessen. Dieses Randständigen-Dasein macht die Sihl zur idealen Sommerdestination. Im appetitlich beigen Wasserlauf warten Stromschnellen, Wasserfälle und – als Hauptattraktion – eine HauptbahnhofUnterquerung. Also: Badehose und Taschenlampe einpacken, der Sihl entlang unter den HB marschieren und dort, zum Rattern der Züge, ewige Kühlung geniessen. Vorausgesetzt, weder der Modergeruch noch die Angst, dass plötzlich etwas aus dem Dunkeln auftauchen könnte, lenken einen ab. (bat)

Küssen auf dem Prime Tower Wenn Sie auch nur ein bisschen schwindelfrei sind, erobern Sie mit diesem Date das Herz ihrer angebeteten Person. Packen Sie einen Klapptisch, ein weisses Tischtuch, eine Flasche Champagner und zwei Gläser in Ihren Rucksack und machen Sie sich auf zum Prime Tower, dem mit 126 Meter höchsten Gebäude der Schweiz. Schleichen Sie sich aufs Gelände und suchen Sie den Eingang. Dann heisst es Treppen steigen. Tipp: Genug Pausen machen! Oben angekommen, machen Sie alles parat, Tischchen, Tischtuch, und lassen den Korken knallen. Beobachten Sie seinen Flug so lange wie möglich. Dann stossen Sie an, geniessen die Aussicht und warten, bis die Sonne untergeht. In diesem Moment beugen Sie sich leicht vor und schliessen die Augen. Ein unvergesslicher Kuss ist Ihnen sicher! Aber Achtung: Nicht zu weit vorlehnen! Das erste Date könnte sonst zum letzten werden. (gg)

Sprengstoff-Fischen am See Wer im Sommer nach der Arbeit abgekämpft nach Hause kommt, sehnt sich nach Musse. Und was gibts da Passenderes, als die Angelrute und die Füsse in den See lampen zu lassen, dazu ein kühles Bierchen, und die Gedanken auf den Nullpunkt runterzufahren. Das einzige Problem ist die Effizienz. Doch wenn nach vier Stunden noch nichts Fischiges angebissen hat, gibt es eine simple Lösung: Sprengstoff-Fischen! Das ist im Zürichsee zwar strengstens verboten, und der WWF ist (sehr zu Recht!) auch dagegen, aber hey: Hu kärs? Alles, was es braucht, ist eine wasserdicht verpackte Ladung Dynamit (Handgranaten würden auch gehen), die man in den See absenkt. Dann macht es, für den Fischer kaum hörbar, «Bumm!», und wenige Minuten später treiben Forelle, Hecht & Co. an der Wasseroberfläche, wo man sie mit dem Netzchen bequem rausholen kann. Ganz nach dem Motto: «Ohne Schweiss viel Preis!» (thw)

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2 KOMMENTARE

Mirko Stanic

nieder mit den alpen - freie sicht auf's mittelmeer!


Peter P.

Bitte schüttet das Sommerloch zu...



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