Kinder im Restaurant: Lego-Lokale
Von Daniel Böniger. Aktualisiert am 29.10.2010
Eltern haben es im Sommer leichter. Sie können Restaurants besuchen, die eine grosse Terrasse haben, vielleicht sogar einen Spielplatz daneben - so können die Kinder herumtollen, während Vater und Mutter das Essen geniessen. Oft sind es Ausflugsbeizen, die über eine solche Infrastruktur verfügen: das Restaurant Felsenegg beispielsweise, der Adlisberg oder die Chäsalp bei Schwamendingen. Doch ist nicht immer eitel Sonnenschein - und auch Kinder sind nicht immer gut gelaunt.
Restaurants mit Kinderbetreuung
Was tun, wenn es regnet, kalt wird und der Nachwuchs am liebsten einen Trickfilm ansehen möchte? Leider sind Spielzimmer, wie es beispielsweise im Restaurant Sporrer bei Winterthur angeboten wird (im Untergeschoss zwar, aber immerhin), eine Ausnahme. Ebenfalls in Winterthur gibt es im Restaurant Neumarkt samstags und sonntags von 10 bis 14 Uhr einen Brunch, bei dem sich Kinder an einem eigenen Buffet bedienen können. Bemerkenswert auch der Service des Pasta, Pizza, Ciao an der Asylstrasse in der Stadt Zürich: Auch dort steht den Kindern ein eigener Raum mit Spielsachen zur Verfügung - und dies erst noch mit Betreuerin.
Natürlich ist McDonald’s immer eine Möglichkeit, doch will man die Kleinen wirklich heute schon an süssliche Hackfleisch-Sandwiches und undefinierbare Pouletstücke gewöhnen? Sowieso, woher kommt eigentlich dieser irrige Glaube, dass Kinder am liebsten Schnitzel mit Pommes frites essen und danach Glace aus einem Plastik-Schlumpfkopf löffeln, wie es jedes zweite Kindermenü im Raum Zürich suggeriert? Wer die Gäste von morgen wirklich ernst nimmt, fragt die kleinen Geniesser, ob sie lieber Fleisch oder Fisch möchten, Teigwaren oder Fleisch. Lieber mit weisser oder brauner Sauce, mit welchem Gemüse? Und nicht zuletzt: Wie viel Hunger hat das Kind überhaupt? Was nützt ein riesiger Teller mit Butter-Spaghetti, wenn nur mal drei Gabeln voll gegessen werden. Solches können Kinder nämlich schon beantworten, bevor sie die Speisekarte lesen können.
Leider ist derartiger Service selten, am ehesten gibts ihn wohl in teureren Gaststätten. Und da stellt sich halt - egal, wie gern man seine Kinder hat - letztlich folgende Frage: Wer 200 Franken für ein Abendessen ausgibt, sollte der nicht auch die paar Fränkli in einen Babysitter investieren? Die Eltern geniessen den Restaurantbesuch so wohl viel mehr und können erst noch darüber sprechen, wann sie mit der Tochter oder dem Sohn mal wieder picknicken gehen wollen.



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