Tages-Anzeiger



Solange la Frange: Verheissung mit Tempo

Von Sarah Elena Schwerzmann. Aktualisiert am 17.03.2010

Rockige Riffs, derbe Punksounds, eine Prise Elektro: Der Erstling des schrägen Trios Solange La Frange aus Vevey ist bestechend direkt ausgefallen.

Wild ist schon das Bild, schweisstreibend wirds wohl am Konzert von Solange La Frange.

Wild ist schon das Bild, schweisstreibend wirds wohl am Konzert von Solange La Frange.


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Zu Beginn ist sie leidenschaftlich, wild, bedingungslos. Aber so unvermittelt die Liebe auftaucht, so rasant macht sie sich auch vom Acker. Die Flamme der Inbrunst erlischt, das ehemalige Objekt der Begierde entwickelt sich zu einem nervtötenden Klotz am Bein. Wie sich das anfühlt, wissen wir. Wie sich das anhört, offenbart das waadtländische Trio Solange La Frange auf «Love Affair», dem ersten Track seines titellosen Debütalbums. Da treffen energische Beats auf wilde Gitarrenriffs und hemmungslose Elektrofrickeleien auf den herzzerreissend provokativen Gesang von Frontfrau Julie Hugo. Nach vier schweisstreibenden Minuten kulminiert der Track in einer Schreitirade. Doch bevor einem vor so viel geballter Power schwindlig werden kann, geht es gleich mit dem nächsten Stück weiter - im selben Tempo natürlich.

Von Nantes nach Bristol

Entstanden ist dieses äusserst direkte und durch seine sympathische Schnörkellosigkeit bestechende Werk von Solange La Frange im französischen Nantes. Während mehrerer Wochen schrieben sich Keyboarder Tristan Basso (32), Sängerin Julie Hugo (30) und Gitarrist und Bassist Luca Mango (25) die Finger wund, um ihr zwölf Tracks umfassendes Debüt dann in Bristol mit Alistair Chant, der bereits mit PJ Harvey zusammengearbeitet hat, aufzunehmen. Dabei war für Sängerin Hugo von Anfang an klar, dass sie die Texte in Englisch schreiben werde: «Ich höre selber keine französischsprachige Musik, weil es mich einfach nicht interessiert», erklärt sie im Gespräch bestimmt. Man ist ihr dafür dankbar, denn der leichte französische Akzent in ihrem kunstlosen Englisch verleiht den Songs zusätzlichen Charme.

Dass die Sängerin nicht nur mit einer starken Stimme, sondern auch mit einer aussergewöhnlichen Präsenz gesegnet ist, hat sie bereits bei früheren Auftritten bewiesen. Die Aussicht, die Bühne nun mit einem Erstlingswerk in der Tasche betreten zu dürfen, erfüllt die Waadtländerin mit Stolz - und Ungeduld. «Wir haben lange genug am Album gearbeitet. Jetzt wollen wir es endlich den Leuten vorstellen», meint Julie Hugo und freut sich schon auf den Start der Schweizer Tour am Donnerstag in Zürich. «Es wird wild und schweisstreibend», lacht sie. Und das ist ein Versprechen.

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