Tages-Anzeiger



Dub ex machina: Mehr als nur Bass

Von Silvio Biasoto. Aktualisiert am 11.02.2010

Die Partyreihe «Dub ex Machina» bringt Dubstep-Pioniere nach Zürich - sucht aber noch das grosse Publikum. Mit Kode9 soll sich das jetzt ändern.

Marius Neukom holt nicht nur ausländische DJs nach Zürich, er legt als new.com auch selber Platten auf.

Marius Neukom holt nicht nur ausländische DJs nach Zürich, er legt als new.com auch selber Platten auf.


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«Wenn wir bei Kode9 finanziell nicht rauskommen, ist definitiv Essig», meint Marius Neukom. Seit über zwei Jahren holt er für seine Reihe «Dub ex Machina» die Schlüsselfiguren des englischen Bassstils Dubstep nach Zürich. Aber trotz viel Aufbauarbeit fehlt es dem Abend an stabilem Publikumszuwachs. Jetzt also stellt Neukom die Kardinalfrage.

Kode9 gehört in England zu den Stars des Dub-step, einer Musik, die zu Beginn des Jahrtausends in Südlondon entstanden ist. Der Sound ist meist minimalistisch und zeichnet sich durch verschleppte, gebrochene Beats sowie eine starke Betonung des Basses aus - als «Bass and space» bezeichnet Kode9 Dubstep denn auch. Die Musik aber zeigte sich schnell offen für Einflüsse: Da ist ebenso Platz für subtile Techno-Anleihen wie für schnelle, perkussive Loops, die die Stücke in House-Nähe rücken.

Neben London entwickelten sich Berlin und San Francisco zu Zentren. «In Zürich jedoch ist Dubstep weiterhin eine grosse Unbekannte», sagt Neukom. «Das Publikum hier ist sehr auf House und gerade Beats ausgerichtet. Man muss den Leuten zuerst beibringen, dass es auch funky sein kann, wenn es nicht Tok-tok macht.»

Viele, die kommen, wollen zudem Wobble. So nennt man die verzerrten, ausfransenden Basslinien, in die sich Dubstep vor ein paar Jahren formelhaft verrannt hat und mit denen man im Ausland bis heute grosse Hallen mit zumeist sehr jungen Partygängern füllt.

Hohes Ansehen, wenig Geld

Neukom aber ist mehr an Dubstep-Entwürfen interessiert, die nicht auf aggressive Bässe setzen, sondern Anschluss suchen an House oder Minimal. Martyn oder Scuba sind Produzenten, die diese Linie verfolgen. Beide waren schon in Zürich, beide haben soeben für die zwei Superclubs Fabric London und Berghain Berlin weitum beachtete CDs gemixt. «Beide geniessen auch ausserhalb der Szene hohes Ansehen», erklärt Neukom, «machen aber nicht das grosse Geld.»

Auch Kode9 lebt nicht von der Musik allein. Zuallererst ist er Uni-Dozent und Autor - sein letztes Buch befasst sich mit «Sonischer Kriegsführung». Daneben betreibt der Londoner das Label Hyperdub. Dieses steht im Ruf, das neue Warp zu sein - die Plattenfirma, die Techno in England vor 20 Jahren auch für jene interessant machte, die mit Rockmusik gross geworden waren. Auch Kode9 kennt keine Berührungsängste; das gilt für seine Musik ebenso wie für seine DJ-Sets.

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3 KOMMENTARE

Marius Neukom

WWW.DUBEXMACHINA.CH !


Moni Orife

Netter Bericht! Ich liebe Dub ex Machina Comfortnoise. Go Marius!


markus vogt

yeah! das wird der hammer heut nacht !



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