der pate des techno
Aktualisiert am 12.03.2010
Wenn Jeff Mills auftritt, weiss der Besucher, dass er eine Legende vor sich hat. Mehr als zwanzig Jahre ist der Mann aus Detroit nun schon im Geschäft. Zusammen mit seinen Kollegen vom Label Underground Resistance, Robert Hood und Mike Banks, begann Mills Ende der Achtziger, an seiner düsteren Vision aus schwarzem Funk und frühem europäischen Elektro zu arbeiten. Die dabei entstandenen Tracks wurden zu Wegbereitern der Technobewegung der 90er-Jahre. Mills komponierte in den Neunzigern Ambient-Tracks und spielte seine alten Nummern zusammen mit den Philharmonikern aus Montpellier neu ein. Ebenso vertonte der heute 46-Jährige Stummfilme, zum Beispiel Fritz Langs "Metroplis" oder "The Three Ages" von Buster Keaton. Sein neustes Werk ist eine siebenstündige Arbeit mit dem Titel "The Sleeper Wakes", welches er am Neujahrstag dieses Jahres in Tokio uraufführte.
Pünktlich zum 13. Geburtstag des Rohstofflagers, kommt Jeff Mills nun für einen Gig nach Zürich. Die Monotonie seiner Tracks durchbricht Mills live mit seinen rasanten Wechseln zwischen den einzelnen Stücken und einem virtuosen Umgang mit den Reglern seines Mischpults. Beinahe im zwei Minuten Takt mischt er von der einen Platte auf die nächste, passt Höhen und Bässe dezibelgenau an, und gibt den Tracks mit dem live eingespielten Sound aus dem Roland-909-Synthesizer, den er bei seinen Auftritten jeweils bei sich trägt, den letzten Schliff. Derart, dass aus zwei, manchmal auch aus drei, Stücken ein gänzlich neuer Sound entwächst. Und so kommt es bei seinen Auftritten vor, dass unzählige Neugierige, anstatt zu tanzen, Mills' Performances beobachten und sich vor seinem DJ-Pult in eine Reihe stellen, fast so wie Gläubige vor einem Altar. (dsa)
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