Tages-Anzeiger



dani könig: das alphatier

Von Claudio De Boni. Aktualisiert am 10.03.2010

Wie altert man eigentlich im Clubgeschäft? Dani König weiss es. Ein Gespräch zum 45. Geburtstag des Zürcher DJ-Urgesteins.

«Solange es Interessantes zu erleben gibt, bleibe ich dabei»: Dani König.

«Solange es Interessantes zu erleben gibt, bleibe ich dabei»: Dani König.


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Seit 30 Jahren legt Dani König Platten auf. Der Musikchef von Radio 105 hat in jedem Klub der Stadt gespielt, den es je gab. Das behauptet er jedenfalls, mit einem schelmischen Grinsen. «Ich bin sogar eine Frage im Kreuzworträtsel des‹Tages-Anzeigers›», ergänzt er. Jetzt wird König 45, und wie jedes Mal an einem mehr oder weniger runden Geburtstag organisiert er eine Party, an dem vor allem seine Freunde auflegen: «Am eigenen Geburtstag sollte man nicht zu viel arbeiten.» Haupt-DJ ist diesmal Timo Maas, ein «seelenverwandter Kuschelbär im gleichen Alter», wie König ihn nennt, einer, der ähnlich kompromisslos hart, aber mit sicherem Gespür fürs Publikum auflegt wie König selbst.

Noch maximal zweimal monatlich legt König auf. Ist er fürs Clubgeschäft langsam zu alt? «Ich trete kürzer, weil ich mich immer mehr zu einem Tagmensch entwickle. Das hat auch mit meiner Tätigkeit beim Radio und mit meinem 5-jährigen Sohn zu tun, mit dem ich möglichst viel Zeit verbringen will», sagt er. Ausserdem ist da noch die unterschwellige Angst, dass er der jungen Generation den Platz am Plattenspieler versperrt: Die Vorstellung, dass sich wegen seiner Bekanntheit niemand getraut, ihm zu sagen, dass die Zeit zum Abdanken gekommen ist, ist ihm ein Gräuel. «Ich befinde mich quasi im Epilog meiner Karriere, aber solange es Interessantes zu erleben gibt, bleibe ich dabei.» Interessant findet er zum Beispiel die Veranstaltung Bubennacht in Bern, eine Party für schwule Twens: «Da zu spielen, ist eine echte Herausforderung. Während ich normalerweise versuche, das Alphatierchen im Publikum zum Tanzen zu bringen und so eine gute Stimmung zu erzeugen, wechselt beim Bubentraum das Alphatier ständig.»

Musik spielen, die Klappe halten

Nicht jede Veränderung aber gefällt dem Strahlemann: «Durch das grosse Angebot an Partys sind die Leute übersättigt. Fast niemand hört heute mehr sechs Stunden einem DJ zu. Das stetige lästige Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen, ist allgegenwärtig in der Gesellschaft und macht auch vor dem Club nicht halt.» Und auch den Zwang zum Starkult, der heute grassiert, findet er lächerlich: «Ich hasse es, wenn mir jemand sagt, ich soll doch die Meute mit Gesten zum Feiern anfeuern. Ein DJ muss gute Musik spielen und die Klappe halten.» Wegen unseres Gesprächs kommt König verspätet an die Swiss Music Awards. «Auch gut, ich mag den Auftritt auf dem roten Teppich sowieso nicht.» Der Mann ist auf dem Boden geblieben.

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1 KOMMENTARE

Jürg Gothic

...ist doch gerade mal Halbzeit! Alles gute für die zweite Hälfte :-)))



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