Spiegel und Ei
Von Daniel Morgenthaler. Aktualisiert am 24.09.2009
Location
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Infos
Datum und Uhrzeit
Die Ausstellungen
Sarah Cain bis 17.10., Di-Fr 12-18, Sa 11-16 Uhr
Zürich, Seiler + Mosseri-Marlio Galerie, Bleicherweg 33
Anne Eastman bis 3.10., Mi-Fr 14-16, Sa 12-16 Uhr
Zürich, Claudia Groeflin Galerie, Dienerstr. 12, ,
Vanessa Billy bis 10.10., Mi-Fr 12-18, Sa 12-17 Uhr
Zürich, Bolte Lang, Limmatstr. 214
Für einmal muss man nicht lange suchen. Die Amerikanerin Sarah Cain (geboren 1979) hat die Ostereier in der Galerie Seiler + Mosseri-Marlio nicht wirklich gut versteckt. Wieso auch. Es geht ihr schliesslich um deren Farbwerte. Die handelsüblichen Eier sind Bestandteil einer raumfüllenden Installation, in der die Farbe, ausgehend von geschickt zwischen Geometrie und Esoterik schwankenden Wandgemälden, auf Boden und Stützsäulen der Galerie übergreift. Was in der Küche gleich neben dem Aromat-Streuer steht - das gefärbte Ei -, wird hier in den Ausstellungsraum transferiert. Eine Strategie, die seit Fischli/Weiss’ grandioser Kausalverkettung von Alltagsgegenständen im Film «Der Lauf der Dinge» (1986/87) oft - und in letzter Zeit wieder öfter - verfolgt wird.
Hängende Spiegel-Installation
Im Badezimmer statt in der Küche findet man normalerweise die Utensilien zweier weiterer Ausstellungen: Die 36-jährige Videokünstlerin Anne Eastman aus New York verwendet Spiegel. Darin brechen sich afrikanische Masken aus der Sammlung des Yale Museum. Gleichzeitig spiegelt sich in ihrer Ausstellung «The Intention of the Device» in der Galerie Claudia Groeflin auch das Antlitz des Betrachters zig-fach in den real ausgestellten Reflexionsmobiles. Drückt man sich sonst davor Pickel aus, beobachtet man sich in diesen Spiegelkonstellationen buchstäblich plötzlich von anderen Seiten - und verschwindet unversehens beim nächsten Windhauch wieder aus den sich stetig ändernden Spiegelbildern.
Den letzten Tropfen aus dem Stoff wringen
Die Schweizerin Vanessa Billy dagegen hat ein stinknormales Frotteetuch in die Galerie Bolte Lang gebracht. Und nimmt es bis zur Schmerzgrenze in die Mangel. Mit einem roh anmutenden Zementrad an jedem Ende wringt die 31-Jährige noch den letzten Tropfen aus dem Stoff. Schon das perfekte Zusammenspiel scheinbar harmloser Alltagsgegenstände wie Stuhl und Tisch im Film von Fischli/Weiss hat einen Kritiker an Folterszenarien erinnert - was dieser wohl erst zu dieser Frotteetortur sagen würde? Das Badetuch jedenfalls ist so brutal zwischen Zement verdreht, dass der Lauf der Dinge hier zu erliegen kommt - vielleicht auch eine aufmüpfige Geste gegen die Allgegenwart der beiden Zürcher Kunstgranden.
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