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Sechzehn, bittersüss

Von Mathias Heybrock. Aktualisiert am 03.03.2010

Im wunderbaren Coming-of-Age-Drama «An Education» spielt Carey Mulligan die Hauptrolle. «Brillant!», schwärmte Nick Hornby von ihr. Das Nominierungskomitee für die Oscars sah es genauso.

In der Schuluniform wirke die 24-jährige Carey Mulligan sogar noch jünger als 16, meint Nick Hornby.

In der Schuluniform wirke die 24-jährige Carey Mulligan sogar noch jünger als 16, meint Nick Hornby.

An Education

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Wenn die 24-jährige Carey Mulligan mit ihren Freunden in London ausgeht, nimmt sie immer den Ausweis mit: Sonst glaubt der Barkeeper wieder nicht, dass sie alt genug ist für ein, zwei Pints. Die meisten jungen Frauen fänden das wohl eher demütigend; Mulligan jedoch erzählt die Geschichte bestens gelaunt. Schliesslich verhalf ihr jugendliches Aussehen der Newcomerin zur Hauptrolle im Coming-of-Age-Drama «An Education» von Lone Scherfig («Italian for Beginners»).

Präzise Schilderung der Tristesse

Mulligan spielt Jenny, ein sechzehnjähriges Mädchen aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, das zur Freude der Eltern hart für den Studienplatz in Oxford büffelt. «Als sie die Schuluniform anhatte, sah sie sogar noch jünger als sechzehn aus», witzelte Nick Hornby, der das Drehbuch zu dem wunderbaren Film schrieb, der die Psychologie seiner Charaktere ebenso präzise schildert wie die triste Stimmung im England der frühen Sechzigerjahre, wo vom popkulturellen Aufbruch durch Beatles und Stones noch nichts zu ahnen ist.

Es ist schon beeindruckend, wie Mulligan das Sehnen eines Teenagers verkörpert: schüchtern und ungestüm zugleich; voll unbändiger Neugier auf alles, was die engen Verhältnisse daheim nicht bieten können. Kein Wunder, erliegt Jenny einem doppelt so alten Mann (Peter Sarsgaard), der mit Kunst und klassischen Konzerten lockt und dazu noch mit einem schicken Auto. Doch muss sie bald erfahren, dass das süsse Leben ihr auch ein paar sehr bittere Lektionen bereithält.

Den Wandel vom naiven, lebenslustigen Ding zu einer jungen Frau, die schneller und gründlicher erwachsen wird, als ihr lieb ist, stellt Mulligan dann so phänomenal dar, dass sie nach ihrer ersten Hauptrolle gleich für den Oscar nominiert wurde. «Brillant», bestätigte Hornby (der für sein Drehbuch ebenfalls eine Nominierung einheimste). Unter britischen Barkeepern ist Mulligans Bekanntheitsgrad deswegen noch nicht wesentlich grösser geworden. Doch für Hollywood stellt «An Education» einen prima Ausweis dar: Das kleine Independentjuwel brachte Oliver Stone dazu, Mulligan eine Rolle in seiner «Wall Street»- Fortsetzung anzubieten.

An Education

Regie:Lone Scherfig
Produktion:UK 2009; 100 min.
Genre:Drama
Erstaufführung:25.02.2010
Darsteller:Carey Mulligan, Olivia Williams, Alfred Molina, Cara Seymour, William Melling

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5 KOMMENTARE

Simon Pfister

star3

Gepflegte Langeweile


Lisa Steiner

star4

Man nimmt Carey kaum die 24 Jahre ab, so gut spielt sie das Schulmädchen.


Martin J

star4

Schöne Unterhaltung und angenehm entspannte Kulisse der 60er Jahre im Vergleich zu a Single Man. Gut gespielt, nette Geschichte.


André Jacques Wyler

star4

Sechzehn, bittersüss => Im wunderbaren Coming-of-Age-Drama


Thérèse Haefeli

star4

Nick Hornby zeigt es einmal mehr, was ein Meister wie er drauf hat. Tolle Verfilmung. Nicht umsonst auch hier Oscar-Nominierungen!



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