Tages-Anzeiger



Hose abe, im ernst

Von Corina Freudiger. Aktualisiert am 04.03.2010

Beat Schlatter und Patrick Frey sind zurück. In ihrem neuen Stück spielen die beiden Komiker zwei Komiker, die sich in einer Tragödie versuchen. Was natürlich lustig ist.

Frey als Lacher als Romeo und Schlatter als Möckli als Julio.

Frey als Lacher als Romeo und Schlatter als Möckli als Julio.
Bild: Malu Barben


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Der Mann hält sich die Knarre an die Schläfe und drückt ab. Vorerst muss man sich um ihn aber keine Sorgen machen; Balz Möckli ist nicht tot, er ist bei der Arbeit, also mitten in den Proben des Theaterstücks «Rock ufe, Hose n abe». Der Titel lässt es vermuten: Möcklis Berufsfeld ist der Schwank. Hinter ihm steht übrigens ein riesiger Schrank, und wie es sich für Schränke im Schwank gehört, versteckt sich darin einer, der etwas verbockt hat. Schon geht die Tür auf, und heraus kommt - genregerecht in der Unterhose - Möcklis Kollege Hugo Lacher. Wie alle bisherigen Produktionen des Duos Möckli-Lacher verspricht auch dieser Abend Erfolg. Doch dann erfasst Möckli die Sinn-krise. Er hat genug davon, dass man in ihm nur den Witzbold sieht. Sein Entschluss steht fest; ab sofort wird er nur noch ernste Rollen in berührenden Tragödien spielen. So beginnt das neue Stück von und mit Beat Schlatter und Patrick Frey (Regie: Katja Früh). Auch sie stehen seit über 25 Jahren als Komiker zusammen auf der Bühne. Aktuell in einer als Persiflage getarnten Autobiografie? «Natürlich sehnen auch wir uns ab und zu nach ernsthaften Rollen», so Schlatter. «Vor allem aber haben wir das Theater als Thema gewählt, weil wir hier wissen, wovon wir erzählen.»

Ein ritterliches Trauerspiel

«Traurige Stücke» für zwei Schauspieler sind spärlich gesät. Lacher und Möckli entscheiden sich für ein ritterliches Trauerspiel um den bisexuellen Romeo und den schwulen Julio - und stossen bald auf das nächste Problem: Wirkt das denn tragisch, wenn zwei Heteros zwei schwule Militärs spielen? Natürlich nur bedingt. Mit «Das Drama - eine komische Tragödie» wagen Schlatter und Frey den Spagat zwischen doof- lustigem Volkstheater und dem amüsanten Versuch, die engen Grenzen des Schwanks auszuweiten, ohne diesem den Rücken zu kehren. Ein Stück für alle, die theatrale Experimente für einmal nicht auf die kopflastige Art erleben möchten.

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