Tages-Anzeiger



Gastro Aktuell Gertrudhof

Trudi bleibt Trudi

Von Daniel Böniger und Mauro Guarise. Aktualisiert am 27.01.2010

Sie machen da weiter, wo ihr Vorgänger aufgehört hat: Die neuen Wirtsleute im Gertrudhof servieren Cordons bleus und Varianten davon - das ist ziemlich mutig.

Mary und Cello Anderau bieten ihren Gästen die ideale Atmosphäre, um den «Blick» durchzublättern.

Mary und Cello Anderau bieten ihren Gästen die ideale Atmosphäre, um den «Blick» durchzublättern.
Bild: Tom Kawara

Gertrudhof

Adresse: Gertrudstr. 26
8003 Zürich
Telefon: 044 451 31 31
Öffnungszeiten: Mo-Fr 7.30-24 Uhr.

User-Rating


Profil

Preise

Günstig

Ambiente

Einfach/ungezwungen

Kriterien

Garten/Terrasse, Kreditkarten - Nein, Preis-Leistungs-Knüller, Rollstuhlgängig - Nein

Restaurantarten

Restaurant

Restaurant-Küche

Schweizer Küche

Ein schwieriges Erbe: Wer in den vergangenen zehn Jahren in Zürich ein herzhaftes Cordon bleu in rustikaler Umgebung essen wollte, ging in den Gertrudhof. Der legendäre Wirt und Küchenchef Bruno Länzlinger geniesst nun aber seine Pension; neu führen Mary und Cello Anderau (sie werden am liebsten mit dem Vornamen angesprochen) das Ecklokal im Kreis 3. Sie setzen - mutig oder vermessen? - weiterhin auf währschafte Kost und Biergerichte. Das könnte klappen, wenn sie sich folgende Punkte zu Herzen nehmen:

Währschafte Kost

Schön, dass die meisten Cordon-bleu-Varianten in zwei Grössen bestellt werden können: 130 und 180 Gramm schwer. Doch was geschieht, wenn jemand kommt, der wirklich Hunger hat? Nichts gegen Raclettekäse, er schmeckt und schmelzt gut. Aber wenn ein Cordon bleu auf der Karte «Das Klassische» heisst, dann müsste eigentlich Greyerzer oder Emmentaler drin sein. Ein paar Worte zur neuen Karte: Man trauert natürlich den mysteriös-poetischen «Nüdeli Ruedi» aus der Ära Länzlinger nach, aber noch immer gibts hier günstige Sattmacher wie Käseschnitte oder Schweinsschnitzel. Und das ist gut so. Bitte nichts an den Pommes frites ändern! Die schmecken, so wie sie sind: knusprig, heiss und mit herzhaftem Kartoffelgeschmack. Wer in den Gertrudhof kommt, trinkt eh gern Bier - er muss also nicht durch künstlich hervorgerufenen Durst dazu animiert werden. Weniger Salz auf der Rösti würde nicht schaden. Raus mit dem Schweinegrippeplakat auf der Herrentoilette: Die Pandemie ist Schnee von gestern. Den Hinweis, dass Gäste die Hände waschen sollten, braucht es (hoffentlich) nicht mehr. Schön, wurde am rustikalen Interieur des Trudihofs fast nichts geändert: Der Stammgast findet weiterhin die passende Atmosphäre vor, um den «Blick» durchzublättern.

Beim Testbesuch klappte also einiges schon recht gut, an anderem darf ruhig noch ein wenig gearbeitet werden. Aber wie heissts auf dem Kalenderblatt an der Küchentür? «Das Gelingen ist manchmal das Endresultat einer ganzen Reihe missglückter Versuche.» Das ist Lernbereitschaft!

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4 KOMMENTARE

Peter Sonderegger

star4

Das Cordenbleu war gewaltig und sehr lecker. Die Bedienung ist sehr freundlich und zuvorkommend. ICh war mit holländischen Besuch da und die waren sehr angetan vom rustikalen Charme des Lokals mit Stammtisch.


Hans Prediger

star5

Mehr Details: http://therealpickygourmet.com/2010/01/27/gertrudhof-gertrudstrasse-zurich-2/


Alina Novosel

star4

Beste Bedienung sowohl für Eltern als auch für Kinder !


Rita Arnet

star5

Ich bin begeistert vom NEUEN Gertrudhof. Der alte staubige Mief wurde vom netten SCHWEIZER Wirtepaar Mary und Cello rausgefegt und die Gebütlichkeit ist geblieben. Das Essen ist fantastisch und man spürt die Liebe zur Kochkunst jeden Tag auf's neue. In den Gertrudhof geht man nicht mehr nur um den Blick durchzublättern, sondern zum sehr fein Essen und das zu äusserst moderaten Preisen. Top!



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