Schwarzes Glück
Von Monica Müller. Aktualisiert am 26.08.2009
| Adresse: | Chorgasse 20 8001 Zürich |
| Telefon: | 044 251 17 60 |
| Url: | http://www.rechberg.ch |
| Öffnungszeiten: | Mo-Fr 11-14.30 und 18-23, Sa 18-23, So 12-23 Uhr |
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Profil
Preise
Nicht ganz billig
Ambiente
Tische weiss gedeckt
Kriterien
Garten/Terrasse, Kreditkarten - Ja, Preis-Leistungs-Knüller, Rollstuhlgängig - Ja, Weinkarte
Restaurantarten
Restaurant
Restaurant-Küche
Spanisch/Portugiesisch
Franciscos Yañez’ Lächeln ist so gross wie sein Schnauz. Der Patron ist offensichtlich glücklich, nach jahrelangem Wirten im Valencia beim Manesseplatz - das Lokal war eher unwirtlich gelegen - mit dem Rechberg ein Lokal an Toplage gefunden zu haben. Das umgebaute Restaurant strahlt aus jeder Ritze. An diesem schönen Abend sitzen die Gäste aber draussen, mit Blick auf die Predigerkirche, die Flaneure im Dörfli und die Teller der Nachbarn. Francisco Yañez präsentiert zwei Mistkratzerli, freut sich über die anerkennenden Blicke und schreitet mit den Pollitos zurück in die
Flexibler Service, ausgezeichnete Tapas
Zwei Speisekarten warten auf den Gast: eine mit Tapas, eine mit spanischen Klassikern, mit denen sich die Familie Yañez ihren Ruf erkocht hat: Fisch-Grillade Parillada, Kalbskotelett vom Grill, frischer Fisch, Paella. Die Kellnerin beantwortet die Frage, ob man auch vier halbe Tapas als Vorspeise bestellen kann, mit einem freundlichen: «Wir machens möglich!»
Die Gambas al ajillo duften schon von weitem und schmecken ausgezeichnet knoblauchig und scharf. Mit dem Pan Catalan, getoastetem Brot, mit Knoblauch und frischen Tomaten eingerieben, lässt sich das Gambas-Öl perfekt auftunken. Lauwarm, schön feucht und genau richtig gesalzen ist eine Tortilla. Die Hackfleischbällchen sind würzig, die Tomatensauce dazu etwas süss geraten. Der Genuss wird abgerundet vom roten Hauswein aus der Mancha.
Erst skeptisch, dann begeistert
Dann wird die Empfehlung des Hauses serviert: eine schwarze Paella. Francisco Yañez posiert mit der grossen Pfanne am Tisch und verkündet stolz: «Paella negra!» Statt lachsfarbigen Krevetten, blauen Miesmuscheln, grünen Erbsen und weissem Tintenfisch auf gelbem Reis ist alles: schwarz! Auf den ersten Blick ist man eingeschüchtert, doch mit dem ersten Bissen wird das Schwarz farbig: Die Tinte unterstützt den Eigengeschmack von Seeteufel, Sepien, Tintenfisch und Krevetten, sodass sich im körnigen Reis eine ganze Geschmackspalette von mediterranem Meeresgetier entfaltet.
Auf die erste Portion folgt die zweite; auf die zweite María Yañez. Sie streicht ihre Kochschürze glatt und fragt: «Ich weiss, sie sieht schrecklich aus. Aber wie war sie?» Das Lob freut sie ungemein. Denn es war ihre Idee, mit der schwarzen Paella das Sortiment auszuweiten. Ihr Kollege in der Küche sei äusserst skeptisch gewesen, als sie ihm die erste «Schwarze» auftischte - er liess sich aber schnell begeistern. Sie erzählt vom langwierigen Umbau, der Freude über ihren neuen Rechberg und sagt zum Schluss: «Ich bin María. Mein Mann ist der Francisco.» Das ist der Beginn einer kulinarischen Freundschaft.
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