Tages-Anzeiger



Gastro Aktuell Bernerhof

Schlemmer-Oase neu entdecken

Von Stephanie Riedi. Aktualisiert am 20.10.2009

Der Bernerhof im Kreis 4 ist in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten. Dabei werden dort saisonale Köstlichkeiten und österreichische Spezialitäten gekocht.

Eine weitere Spezialität im Bernerhof: Fondue chinoise
à discrétion.

Eine weitere Spezialität im Bernerhof: Fondue chinoise à discrétion.
Bild: Alessandro Della Bella

Bernerhof

Adresse: Zeughausstr. 1
8004 Zürich
Telefon: 043 317 17 27
Url: http://www.bernerhof-zuerich.ch
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-14.30 und 18-24 Uhr, Sa 18-24 Uhr.

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Profil

Preise

Nicht ganz billig

Ambiente

Tische weiss gedeckt

Kriterien

Kreditkarten - Ja, Rollstuhlgängig - Nein

Restaurantarten

Restaurant

Restaurant-Küche

Österreichisch

Im Restaurant Bernerhof ist die Reservation nicht zwingend, sondern ein Akt, Patron Michael Neumayr Reverenz zu erweisen. Das Lokal an der Zeughausstrasse, vis-à-vis der Kantonspolizei, scheint nämlich vom Radar Ausgehfreudiger verschwunden zu sein. Lediglich acht der rund vierzig Plätze sind an diesem Abend besetzt. Schade, denn sowohl die Saisonspezialitäten als auch die österreichischen Klassiker erfreuen vom Entree bis zum Dessert.

Köstlichkeiten des Herbstes

Etwa der Herbstsalat (18.50 Fr.): Eine grosszügige Portion frischer, lauwarmer Steinpilze krönt das knackige Grünzeug. Die eher herben Geschmacksnuancen des Waldsegens werden von zart säuerlichen Fruchtnoten kontrastiert: Feigen, Äpfel, Grapefruit und blaue Trauben komplettieren den Erntedank. Auch der Crevetten-cocktail entpuppt sich als Offenbarung für die Sinne (22.50 Fr.). Statt blassrosa und pampig, wie er üblicherweise offeriert wird, kommt er im Bernerhof farbenfroh auf den Tisch, garniert mit Tomaten, Salat und Herbstfrüchten. Auch im Gout unterscheidet sich die kulinarische Kreation vom Alltäglichen: Peperoncini verleihen ihr einen explosiven Kick.

Nach dem köstlichen Einstieg gibts eine längere Pause, da Neumayr eine Küche à la minute pflegt. Gut so. Zumal die Portionen reichlich bemessen sind, die Auszeit also Bauch und Gaumen gleichermassen bekommt. Ausserdem lockt ein österreichischer St. Laurent «Reserve» 2006 vom Weingut Johanneshof Reinisch, der offen kredenzt wird (8.50 Fr./dl).

Hacktätschli nach Grossmutter Art

Der samtige Rotwein aus dem österreichischen Thermengebiet erweist sich als charmanter Begleiter zu den Hauptspeisen: Wiener Schnitzel (45 Fr.) resp. Hacktätschli (38 Fr.). Der Exportschlager aus Michael Neumayrs Heimat trumpft mit allem auf, was ihm zur Ehre gereicht: Die Panade brilliert mit bébéfaustgrossen Blasen, wie es sich gehört. Der Kartoffelsalat an Vinaigrette bedient als Beilage Traditionalisten und die handgeschnittenen Pommes frites nimmersatte Schnipo-Fans. Ebenso opulent präsentieren sich die Hacktätschli nach Grossmutter Art an Steinpilz-Rahmsauce mit Marktgemüse und Kartoffelstock. Die Frikadellen sind durch den hohen Fleischanteil ein bisschen zu krümelig in der Struktur. Dafür besticht das Erdäpfelpüree durch luftige und dennoch crèmige Konsistenz.

Bleiben die Desserts, Neumayrs Kür: Die papierdünnen Palatschinken mit Vanilleglace, Rahm und Früchten könnten besser nicht munden (13.50 Fr.). Ebenso gefällt der Eiskaffee, ein deliziöser Mix aus gefrorener und schaumig geschlagener Mokkaglace (12.50 Fr.). Fazit: eine Schlemmer-Oase, die wiederzuentdecken sich lohnt.

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2 KOMMENTARE

André Jacques Wyler

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A bisserl anders


Alain Chervet

star5

Wunderbares Fondue chinoise - Fleisch dazu von bester Qualität - gute Weinauswahl - Besuch lohnt sich!



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