Er hat den Topf voller Ideen
Von Daniel Böniger. Aktualisiert am 03.02.2010
| Adresse: | Neufrankengasse 18 8004 Zürich |
| Telefon: | 044 241 22 28 |
| Url: | http://www.levante.ch |
| Öffnungszeiten: | Di-Sa 17-24 Uhr. |
User-Rating
Profil
Preise
Moderat
Ambiente
Einfach/ungezwungen
Kriterien
Attraktiver Garten/Terasse, Garten/Terrasse, Interessant für Touristen, Kreditkarten - Nein, Rollstuhlgängig - Nein, Weinkarte
Restaurantarten
Bar, Restaurant
Restaurant-Küche
Frische Marktküche, Schweizer Küche, Schweizerische Spezialitäten
Er spüre bei den Gästen schon jetzt eine gewisse Erwartungshaltung, sagt Christian Egger. «Einige glauben, sie können dann am letzten Tag sämtliche Bilder und Nippes abschrauben und nach Hause nehmen - dabei hänge ich viel zu sehr an all den Gegenständen.» Seit 14 Jahren ist der gelernte Koch im Tessinerkeller Gastgeber; für das Lokal hat er wegen eines Neubaus vor längerer Zeit die Kündigung erhalten, nach verschiedenen Einsprachen ist das Ende für die Beiz nun per 31. Dezember definitiv. Die Einrichtung des Gastbetriebs ist mit der Zeit organisch gewachsen. Am liebsten würde Egger an Silvester dann einfach die Tür der «Räuberhöhli» zusperren - den Namen erhielt das Lokal aufgrund der früheren berüchtigten Kundschaft - und am nächsten Morgen mit einer neuen Beiz weitermachen.
So wird das letzte Jahr
Vorerst ist aber noch ein ganz typisches Tessinerkeller-Jahr zu bestehen: Die Metzgete geht dieser Tage zu Ende, dann sind Gitzi sowie Moules et frites angesagt. Im Sommer will Christian Egger kalte asiatische Häppchen auftischen: «Die Konkurrenz von Badis und Beizen am Wasser ist gross - ich muss etwas anbieten, was zu unserem Gärtchen passt.» Schliesslich steht die Fussball-WM an, welcher der 56-Jährige mit gemischten Gefühlen entgegenblickt: «Es gibt immer wieder Gäste, die unser Restaurant nicht von einer Fanmeile unterscheiden können.» Im Herbst schliesslich setzt der Gastwirt nochmals Murmeltier auf die Karte. Dafür lässt er seine guten Beziehungen ins Bergell spielen: «Während meiner Ferien gehe ich auf die Suche nach Jägern, die mir Wild anbieten - wenn ich etwas Spezielles einkaufen kann, ist das gewissermassen meine Beute.» Doch so durchdacht das Jahresprogramm auch klingt, manchmal schläft Christian Egger schlecht: «Es ist eine Belastung, hier noch hundertprozentig engagiert zu sein und gleichzeitig die Zukunft zu planen.»
Was macht denn einer noch Neues, der zuvor in der gehobenen Gastronomie seine Lehre machte, in den Achtzigern im AJZ kochte, danach im legendären Café Boy und am Theater Spektakel wirtete? «Ich will ein asiatisches Restaurant eröffnen», sagt Egger. Wie bitte? Die Stadt, insbesondere die Kreise 4 und 5, sind doch voll mit entsprechenden Takeaways. «Die Lokale sind entweder ungemütlich, oder man isst nicht sehr gut», erklärt der Vollblut-Wirt. Wie früher sammle er zurzeit auf Fernostreisen Rezepte; im Frühling etwa wird er in Peking dem Rezept für die berühmte Ente nachgehen: «Es ist eines der wenigen asiatischen Gerichte, bei denen Fleisch im Mittelpunkt steht.» Noch fehlt Christian Egger eine neue Bleibe, viel Geld könne er aber nicht in die Hand nehmen: «In zwanzig Jahren, und die Zeit läuft schnell, bin ich schon 76-jährig», sagt er. «Dann werde ich wohl langsam ans Aufhören denken müssen.»
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7 KOMMENTARE
Fridolin Flury
Der Tessinerkeller mag in jeder Hinsicht absolut zu befriedigen. Sei es aus Küche, Keller, Bedienung und auch preislich, könnte sich manch ein Gastronom eine dicke Scheibe abschneiden. Schade ist nur ,dass man behördlicherseits an der Erhaltung dieser Liegenschaft (Holzschindelfassade,alter Baumbestand im Garten,Drehort mehrerer alter Züri - Filme) so gar kein kulturelles Interesse zeigen
Jak Lindenmeier
Endlich noch eine richtige Metzgete in der Stadt! Das Gemüse ist frisch, die Preise anständig, das Interieur kommt ohne unnötigen Schnickschnack aus. Einzig die starke Betonung der Alkoholika wäre nicht unbedingt notwendig. Schade, dass die Beiz schliessen muss :-(
Diana Trentin
Super Essen, und die Metzgete ist jedes Jahr ein MUSS. Sehr schade, fast eine Schande, dass diese Institution wegen Baumassnahmen verschwindet.
Markus König
Ich esse dort selten und doch: Ich werde den Tessinerkeller vermissen. Eine der wenigen Kneipen mit sehr viel Charakter. Sehr traurig, in einer Zeit wo man sich in den meisten Kneipen, wie in einem Museum fühlt..
Mirko Babic
Bitte alle Kulturen einladen, auch Minarettegegner und Befürwörter, damit man den Kulti- Multi und Integration fördert. Bitte weistersagen!
Reinhard Gysel
Im Tessinerkeller kann man noch gut Bürgerlich Essen zu angenehmen Preisen. Sehr Schade dass immer mehr alte Restaurants wo man sich wohl fühlt schliessen.
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