Zwiegespräch zu acht
Von Felizitas Ammann. Aktualisiert am 03.02.2010
Den west-östlichen Dialog ist der Choreograf Hideto Heshiki gewohnt, stammt er doch aus Okinawa und lebt seit vielen Jahren in Zürich. Doch er pflegt den Dialog auch explizit in der Kunst, und das mit Erfolg. Heshiki hat sich neben Tanz intensiv mit Fussball und Kampfsportarten auseinandergesetzt, was man seinen Stücken immer noch anmerkt: ihrem spielerischen Geist, dem wachen Zusammenspiel, der packenden Energie. Und schliesslich ist es der selbstbewusste Dialog von Tanz und Musik, der viele von Heshikis Stücken auszeichnet. Weil er das eine nicht zur Begleitung des anderen degradiert, sondern intensive Konfrontationen schafft. Sei es mit der klassischen Pianistin Akiko Okabe oder mit dem Zürcher Minimal-Groover Nik Bärtsch - immer entspinnt sich ein spannungsreiches, hellhöriges Zusammenspiel.
In «Kokuu - Almost Perfect Visibility» hat sich der Dialog vervielfacht: Es stehen gleich vier MusikerInnen und vier TänzerInnen gemeinsam auf der Bühne. Heshiki schlägt in diesem Werk expliziter als sonst eine Brücke zwischen Ost und West. So liess sich auch der Berner Saxofonist Sha für seine Komposition von den Klängen Okinawas inspirieren und umschreibt seine intensive, hypnotische Musik mit dem japanischen Begriff «Kokuu». Dieser hat - typisch japanisch - eine ambivalente Bedeutung und bedeutet sowohl «etwas» als auch «Leere»: eine ideale Voraussetzung für ein angeregtes Zwiegespräch zu acht.
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