Jelinek gräbt die Toten aus
Von Kati Dietlicher. Aktualisiert am 16.12.2009
In Rechnitz, dem österreichischen Dorf nahe der ungarischen Grenze, gibts ein Massengrab, das bisher niemand gefunden hat. Darin liegen die Gebeine von 180 Juden, ermordet im März 1945 von Mitgliedern einer Festgesellschaft, die im Schloss der Gräfin Margit Thyssen-Bornemisza ausgelassen feierte (vgl. «Das Magazin», 12. 12. 2009).
In «Rechnitz (Der Würgeengel)» berichtet Elfriede Jelinek von der eiligen Flucht der Gräfin in die Schweiz. Die Juden sind erst ein paar Stunden tot, die Rote Armee ist im Anmarsch. Nicht vom Verbrechen handelt das Stück, sondern es erzählt beredt vom Verschweigen. Wie die Gräfin geht auch das Publikum auf eine Reise, wird von einem Bus an einen unbekannten Ort gefahren.
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1 KOMMENTARE
David R L Litchfield
Ein Grossteil der Information in Elfriede Jelinek's Stück 'Rechnitz', inklusive Zitaten, ist von unserem Buch 'Die Thyssen-Dynastie' (assoverlag Oberhausen). Für weitere Informationen siehe http://www.davidrllitchfield.com
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