Tages-Anzeiger



Stadtleben Aktuell Jade Club

Exklusive Preise

Von David Sarasin. Aktualisiert am 20.05.2011

Das Bellevue besucht die Zürcher Clubs. Heute: «The Night» im Jade.

Club Jade: Früher wurden hier Tausende Briefe gestempelt, heute Tausende Vodka Redbulls gemixt.

Club Jade: Früher wurden hier Tausende Briefe gestempelt, heute Tausende Vodka Redbulls gemixt.

Kalt gestellter Champagner im Club Jade.

Jade Club

Adresse: Brandschenkestrasse 25
8002 Zürich
Telefon: 044 202 80 02
Url: http://www.jade.ch

Mit dem Velo raus aus Aussersihl, über die Sihlbrücke, wo die Läden teurer und die Trottoirs gepflegter werden. «Das Nightlife verschiebt sich zurück in den Kreis 1», sagte der Betreiber des Clubs Jade bei der Eröffnung 2009. Seither ist der Club in der ehemaligen Poststelle Selnau zum fixen Bestandteil des Zürcher Nachtlebens geworden. Zudem gehört das Jade dem Bündnis «The Worlds Finest Clubs» an, einem Netzwerk von knapp 90 «exklusiven Memberclubs von Dubai bis New York».

Erster Eindruck:
Vor dem Club an der Brandschenkestrasse steht am Gründonnerstag-Abend kein einziges Velo, die Gäste reisen mit anderen Verkehrsmitteln an. Die Schlangen vor dem VIP-Einlass und an der Kasse sind schon früh abends beträchtlich. «The Night» heisst die Veranstaltung, sie findet ausserordentlich statt, sonst hat der Club nur freitags und samstags geöffnet.

Türe:
«Vielleicht habt ihr ja Glück», sagt ein Gast im bunten Kurzarmhemd und schleicht davon. Wieso er abgewiesen wurde? «Keine weibliche Begleitung.» Den Schreiber und seine zwei Freunde lässt der Türsteher auch ohne Eskorte durch das andere Geschlecht passieren. Warum, weiss nur er. Hier spielt die erbarmungslose Logik des Nachtlebens.

Uniform:
Viele männliche Gäste tragen eine Combo aus weissen Turnschuhen, Markenjeans und Hemden, die grosszügig über den Hosen flattern. Daran kann es also nicht gelegen haben, dass dem Herrn vor uns der Eintritt verwehrt blieb. Bei den Damen lautet der Dresscode: lange Beine, kombiniert mit gestreckten Haaren und kurzen Röcken.

Drink des Abends:
Auf die Frage, welcher Drink am häufigsten über den Tresen schlittere, antwortet der Barkeeper: «Vodka Redbull.» Wir hätten Martini Dry oder wenigstens Aperol Sprizz erwartet, bestellen zwei Caipirinhas und ein Bier und staunen über die 44 Franken, die wir dafür bezahlen. Die Bedienung ist stets aufmerksam und freundlich, auch in der High Time.

Soziale Geschlossenheit:
Stärker als andere Clubs funktioniert das Jade über Abgrenzung. Sie zeigt sich anhand der Lounges, die nur betreten darf, wer sie mietet. Ein Séparée kostet zwischen 300 und 3000 Franken, je nach Grösse und Ausstattung. Das Publikum im Club bleibt trotzdem erstaunlich homogen, weil die meisten Gäste vor den Lounges tanzen und in ähnlicher Aufmachung erscheinen. Menschen im Schlabberlook oder sogenannte Hipster, wie sie in den Kreisen 4 und 5 anzutreffen sind, sucht man im Jade vergebens.

Klischee:
Das Jade ist ein High-ClassClub, wo exklusive Gäste verkehren.

Wirklichkeit:
Weder Partyformat (es läuft Hitparaden-House und R ’n’ B) noch Gästeschar sind besonders exklusiv. Was dagegen auffällt, sind Kleinigkeiten in der Ausstattung: Schalen voller Ananas auf dem Tresen, in die Wand versenkte Flatscreens mit blinkendem Clublogo.

Tanzfläche:
Weil es im Club ganze zehn Lounges hat, bleibt der Platz fürs Tanzen beschränkt. Der Dancefloor liegt neben dem Durchgang zu Nass- und Raucherzonen, was zu einem beträchtlichen «Gläuf» führt.

Hoch-Zeit:
Zwischen ein und drei Uhr ist die Stimmung am besten. Pärchen bilden sich, Shot-Gläser werden auf die Theke geknallt, und der Partyfotograf blitzt die sich in Pose werfenden Gäste.

Essenz:
Falls sich das Partyleben zurück über die Sihl bewegt, ist das Jade nicht der innovativste Vorreiter dieser Bewegung. Vielleicht spielt Kreativität im Bankenviertel auch eine untergeordnete Rolle. Wer aber in einem Club feiern will, bei dem Partymachen wichtiger ist als ausgefallene Kleider, der ist im vermeintlichen Edelclub genau richtig.

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4 KOMMENTARE

Florian-Alexander Benz

Sehr gutes Lokal, freundlich-zuvorkommendes Servicepersonal, top Küche der klassischen Art. Sehr angemessene Preise. Zanderfilet mit Wildreis war ausgezeichnet, wie auch das Kalbs-Paillard mit Linguine. Rindstartare (scharf bestellt, scharf serviert) und der lauwarme Gemüsesalat mit Ziegenkäse als Vorspeise haben ebenfalls perfekt gemundet. Wir kommen definitiv wieder.


Avni Shala

Der Service im Restaurant und im Club ist einfach Super...Gastfreundlich, zuvorkommend und sehr Kundenorientiert....Kann ich nur empfehlen....seit der Neueröffnung nebst dem Amber eine Topadresse wo man super essen und feiern kann....macht weiter so....Komme gerne weider....


Fabian Gruber

Topnotch! =)


Peter Machenart

Kurze und klare Worte: FANTASTISCH!! danke liebes Jade Team



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