Wir Delfine
Von Silvio Biasotto. Aktualisiert am 03.05.2012
Die Nacht, lange Zeit stand nur sie im Zentrum der Musik von Frittenbude, die einen Mix aus Techno, Punk und Rap für den durchstartenden Dancefloor spielen. Ein Feieranarchismus, der zwar Party mit Politik, linke Parolen mit Polterbeats verband, dabei aber, wie sagt man doch so schön, «immer in die Vollen» ging. Der Kater war vorprogrammiert. Er schlich sich ein auf «Katzengold», dem Zweitalbum von 2008, das die Electroband in die deutschen Charts und die grossen Hallen brachte.
Mit «Delfinarium», dem in wenigen Tagen erscheinenden dritten Album, hat das Electropop-Trio den chronobiologischen Wechsel nun vollends vollzogen. Man darf das nicht missverstehen: Gitarren, Synthies und der Rapgesang stehen immer noch fest auf dem Dancefloor. Doch die Partytexte können gleichermassen als Feierhymnen verstanden werden wie auch als Spiegelung der blinden Unbekümmertheit der Nachtwelt, auf welche Frittenbude nun mit Nachtsichtgerät schauen. Eine Zwiespältigkeit, die auch der Albumtitel zum Ausdruck bringt, wie die Band in einem aktuellen Interview erklärt: «Wir sind Delfine, eingesperrt, um die Leute zu unterhalten, in einem von uns selbst geschaffenen Käfig. Das beschreibt, dass man trotzdem nie aus seiner Haut kann und im eigenen Becken schwimmt und seine Tricks zeigt.» Ihre neusten Tricks werden Frittenbude am Freitag auf der Bühne des Abart vollführen. Ihre Zürcher Labelkollegen von Saalschutz besorgen anschliessend die Afterparty.
Eintritt 30 Franken
Frittenbude - Einfach nicht leicht:





Plattenladen-Liste