Schockerin
Von Björn Schaeffner. Aktualisiert am 01.02.2012
An der Madrider Red Bull Music Academy erlebt man Peaches für einmal gesittet. Auf der Bühne schwang die Skandalnudel keine Dildos und liess vom Himmel auch keine glitzernde Vulva runter. Im Rahmen des Musikertreffens Ende des letzten Jahres plauderte die Kanadierin mit Wohnsitz in Berlin einfach nur aus dem Nähkästchen. Eloquent, entspannt und charmant. Peaches, die sich 2000 mit ihrem Album «The Teaches of Peaches» den Ruf als elektroclashende Rotzgöre erspielte, berichtet etwa, wie ihr Evergreen «Fuck the Pain Away» für eine Folge der amerikanischen TV-Serie «South Park» lizenziert wurde: In der besagten Episode gibt sich ein Polizist als Transvestit aus.
Solch grober Unfug passt zu Peaches. Die Wahlberlinerin gibt sich seit je als grosse Provokateurin, als eine, die ein ständiges und schelmisches Spiel mit Geschlechterrollen treibt. Das Publikum pendelt dabei zwischen Irritation und Faszination. Für Peaches ist die polarisierende Wirkung genau das, was ihre Kunst ausmacht. Und wehe dem, der sich die Frau zum Feind macht: Bei einem gemeinsamen Gig mit Marilyn Manson hat Peaches einmal einen missliebigen Gast mit Schlägen eingedeckt – mit dem Mikrofon, versteht sich. Manson, so Peaches, soll dazu nur Beifall gespendet haben.
Eintritt 30 Franken




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