Hippe Hülle
Von Yann Cherix. Aktualisiert am 26.01.2012
Sie sehen aus wie durchgeknallte Modedesigner, singen wie Grace Jones und klingen wie eine hochgezüchtete Version einer visionären 80er-Jahre-Electroband. Azari & III darf man getrost als Hipster bezeichnen. Das Quartett aus Toronto ist spätestens seit ihrem fiebrigen Debütalbum von letztem Sommer in aller Munde, die Fachpresse hebt sie auf ihre Titelseiten, und mit ihrem gestöhnten Hit «Hungry for the Power» verdrehen sie den Clubbern den Kopf. Dass Youtube ihr Video sperrte – Sex und Gewalt wurden zu explizit gezeigt –, war der Legendenbildung förderlich. Denn: Ein kleiner Skandal hat exzentrischen Musikern noch nie geschadet.
Die modebewusste Verpackung von Azari & III ist aber nicht nur eine hippe Hülle. Da steckt viel Musik drin – und Arbeit. Denn die zweistimmige Band rund um die beiden Produzenten Alixander III und Dinamo Azari fällt auch durch stetiges Drehen an den Remix-Reglern auf. In den letzten Monaten mischten sie Cut Copy, Booka Shade und Health, die Noise-Lieblinge aus Los Angeles neu ein. Und allen Tracks verpassten sie ihre ganz eigene Note, man könnte auch sagen: Sie laden diese sexuell auf. So gerät unter ihren Händen auch kalter Techno zu etwas Anrüchigem. Was die vier Kanadier produzieren, würde wohl auch gut als Soundtrack für eine ausschweifende Travestieshow funktionieren.
Eintritt 25 Franken
AZARI & III - HUNGRY FOR THE POWER:





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