Nix mit Staub!
Aktualisiert am 26.10.2011
Eine Schau über den Pionier der Schweizer Kunstgeschichte und Denkmalpflege – ja, das klingt verstaubt. Und der Anblick des Ausstellungsraumes mit Dutzenden von Vitrinen voller Dokumente, Bilder und Texte schafft da nicht wirklich Abhilfe. Andererseits: Ist Facebook nicht ähnlich aufgebaut? Und wenn man sich dann darauf einlässt, tritt allerhand Spannendes zutage. Zum Beispiel können Studierende an der Uni Zürich heute nur davon träumen, einen 29-jährigen Professor vorgesetzt zu bekommen. So geschehen vor 141 Jahren: Der Mann der Stunde hiess Johann Rudolf Rahn.
Der Gute hatte aber auch wirklich was auf dem Kasten und stets diverse Projekte am Laufen – «Workaholic» würde man heute wohl sagen. Unermüdlich durchstreifte Rahn zeichnend und schreibend die Eidgenossenschaft, dokumentierte in unzähligen, liebevoll präzisen Skizzen Bauwerke, Fresken, Buch- und Glasmalereien und setzte sich für deren Erhalt und sachgemässe Restaurierung ein. Satte 868 Seiten zählte sein Hauptwerk, die «Geschichte der bildenden Künste in der Schweiz von den ältesten Zeiten bis zum Schluss des Mittelalters», die er mit gerade mal 35 Jahren publizierte.
Danach zurücklehnen und auf den Lorbeeren ausruhen? Nicht Rahns Stil! Er, der zudem fleissig Künstlerbiografien verfasste, war auch Mitglied diverser kultureller Vereinigungen und Kommissionen und 1880 treibende Kraft bei der Gründung der heutigen GSK (Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte) sowie 10 Jahre später beim Projekt Schweizerisches Landesmuseum. Dass er in einem illustren Freundeskreis von Gelehrten und Intellektuellen verkehrte – es sei hier nur der Schriftsteller C. F. Meyer genannt – und viele seiner Studenten dazu anregte, in seine Fussstapfen zu treten, muss kaum extra erwähnt werden.
Wer es doch etwas genauer wissen will, der pilgere zum Predigerchor der ZB und tauche ein in Rahns faszinierende Denk- und Arbeitsweise. (dek)
Ab 27.10.Bis 25.2.2012 Mo–Fr 13–17 Uhr, Sa 13–16 Uhr. Eintritt frei.



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