Figuren-Placement
Aktualisiert am 27.05.2010
In seinen fotorealistischen Gemälden betreibt der Amerikaner Terry Rodgers (geb. 1949) nicht nur Product-Placement – hier hält eine manikürte Hand ein Stella-Artois-Bier, dort trägt ein durchtrainierter Männerhintern Calvin-Klein-Unterhosen. Nein, auch seine Figuren positioniert er nach einem vergleichbaren Prinzip, wie sich derzeit in der Ausstellung «Spellbound» bei Nicola von Senger herausstellt: Sie zeigen sich, halb nackt, von der besten (Model-)Seite, stehen gleichzeitig aber so unbeteiligt und unpassend in den üppigen Interieurs herum wie eine Coke-Zero-Flasche auf einem Barocktischchen. Man kann daraus eine kritische Haltung gegenüber Schönheitswahn und Markengläubigkeit lesen. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, die grossformatigen Ölbilder seien bloss solide Kopien verschollener Originale. Da sind die neuen Bleistiftskizzen des Künstlers um einiges ehrlicher: Die Motive bleiben gleich, der Strich aber ist menschlich verwackelt. (dm)
Bis 30.7., Mo-Fr 10-18, Sa 11-17 Uhr



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