Destilliert
Aktualisiert am 08.06.2011
Stattdessen schwenkt er jeweils dorthin, wo es – sozial, historisch, politisch – juckt: Sei es, dass er Aufnahmen geistig behinderter Kinder mit solchen von exotischen Tieren kombiniert, Bach-Kantaten von Gehörlosen zum Besten geben oder einen Auschwitzüberlebenden dessen Lagernummer beim Tätowierer «auffrischen» lässt. Sein Ziel ist dabei nicht etwa plumpe Provokation, sondern, Tabus aufzubrechen und das Augenmerk auf das zu richten, was sonst gern unter den Teppich der Political Correctness gekehrt wird.
Geradezu subtil präsentiert sich da Zmijewskis neuste Werkreihe, für die er Vertreter der Working Class – Bauarbeiter, Kassiererinnen, Automechaniker – jeweils 24 Stunden lang begleitet und das dabei entstandene Filmmaterial zu 15-minütigen Sequenzen zusammengeschnitten hat. Auf drei Bildschirmen nebeneinandergeschaltet, inszeniert Zmijewski das Destillat des monotonen Alltags in Form eines überraschenden Pas-de-Trois. Als Krönung der Serie rückt Zmijewski nun den wohl ältesten Broterwerb überhaupt ins Rampenlicht: Protagonisten seiner jüngsten Minidoku sind drei Schweizer Bauern. Bei Peter Kilchmann wird die Arbeit jetzt parallel zu den Gemälden des Amerikaners Hernan Bas gezeigt.
Vernissage Sa 11.6., 17–19 Uhr Diskussion mit Artur Zmijewski über seine Berufung zum künstl. Leiter der Berlin Biennale 2012: So 12.6., 11.30 Uhr (Eintritt frei) Bis 30.7. Di–Fr 10–18 Uhr, Sa 11–17 Uhr,Pfingstsonntag 11–17 Uhr, Pfingstmontag 10–18 Uhr.



Von klein auf kompetent: Der «züritipp» Newsletter bringt Ihnen täglich Tipps für Kino, Musik, Theater, Kunst & Gastro.