Stark und schlicht
Von Florian Leu. Aktualisiert am 23.12.2011
Wo & Wann
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Trailer
Wie dreht man einen Film über einen Mann, der nie etwas sagt, einen selten anschaut und oft davonläuft? Indem man sich fünf Jahre Zeit nimmt, ihn immer wieder besucht und eine Geduld aufbringt, die prämiert werden sollte. «Eine ruhige Jacke» handelt von einem Autisten, der fast so heisst, fast so aussieht wie der Regisseur. Hinter der Kamera: Ramòn Giger. Vor der Kamera: Roman Dick. Dazwischen: der Zufall, der aus Ersterem einen der besten Nachwuchsfilmer des Landes machte und aus Letzterem einen Autisten in einer Eingliederungsstätte.
Der Film erzählt vom Alltag in der Eingliederungsstätte, vom Verhältnis zwischen dem Betreuer und dem Betreuten, vom Wunsch nach einem anderen Leben, den Roman zu empfinden scheint, wenn er auf einer Gitarre Krach macht oder mit der Kamera Tagebuch führt. «Eine ruhige Jacke» dauert nur etwas mehr als eine Stunde, aber die Geschichte prägt sich ein, als hätte man einen Tag lang im Kino gesessen. Vielleicht hat das mit den Filmbildern zu tun, die eine Augenweide sind, stark und schlicht. Wie bei Jan Gassmanns Zweitling «Off Beat» hat Ramòn Giger auch bei seinem eigenen Erstling die Kamera geführt und dafür gesorgt, dass der Film so toll aussieht. Der Titel übrigens ist eine Antwort. «Was würde dir helfen», fragt Ramòn, «wenn du dich dünnhäutig fühlst?» – «Das wäre», antwortet Roman schriftlich, «eine ruhige Jacke.»
Eine ruhige Jacke
| Regie: | Ramon Giger |
| Produktion: | Switzerland 2010; 74 min. |
| Genre: | Documentary, Drama |
| Erstaufführung: | 22.12.2011 |




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