Tages-Anzeiger



Kino Aktuell Gerhard Richter - Painting

Schwer zu sagen

Von Andreas Scheiner. Aktualisiert am 14.12.2011

Wir schauen dem grossen Maler Gerhard Richter beim Arbeiten zu. Er sagt nicht viel, die Regisseurin auch nicht. Und das ist sehr gut so.

Gerhard Richter hat mehr mit Farben als mit Wörtern im Sinn.

Gerhard Richter hat mehr mit Farben als mit Wörtern im Sinn.

Gerhard Richter - Painting

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Dieser Film beschäftigt sich damit, wie der deutsche Maler und Bildhauer Gerhard Richter über die Sommermonate 2009 eine abstrakte Bilderserie fertigt. Wir dürfen ihm aber nicht nur bei der Arbeit im Kölner Atelier über die Schulter schauen, wir begleiten ihn auch an Ausstellungen und an eine Pressekonferenz. Vereinzelte Archivaufnahmen des 79-Jährigen vermitteln zudem Stationen seines Werdegangs.

Während Richter im Studio schweigend Farbschicht auf Farbschicht aufträgt, zeigt er sich in einem der Bänder aus dem Archiv mitteilsamer; da ringt er sich zur Aussage durch, dass über Malerei zu reden «ja nicht nur sehr schwierig, sondern vielleicht sogar sinnlos» sei. Schliesslich könne man «nur in Worte fassen, was mit der Sprache möglich ist». Und damit habe Malerei eigentlich nichts zu tun.

Genau dies hat sich Regisseurin Corinna Belz zu Herzen genommen: Sie macht kaum einen Mucks und schaut dem grossen deutschen Gegenwartsmaler, dessen Bilder mitunter für 10 Millionen Euro weggehen, die meiste Zeit einfach nur beim Farbenauftragen zu. Auch die beiden Assistenten des Malers geben nicht viel her: «Er mag Zitronengelb», sagen sie über ihren Chef.

Wenn Richter dann doch mal den Mund aufmacht, erweist er sich als Lakoniker: «Schwer zu sagen. Könnte besser sein», urteilt er über ein Bild, nachdem er den Pinsel weggelegt hat. Das Urteil zum Film fällt weniger schwer: «Gerhard Richter Painting» strotzt nicht vor Ambitionen, ist aber eine wohltuende Abwechslung zum verquasten Kopfkino, mit dem sich Filmemacher oftmals an Künstlern vergehen.

Gerhard Richter - Painting

Regie:Corinna Belz
Produktion:Germany 2011; 97 min.
Genre:Documentary
Erstaufführung:15.12.2011
Darsteller:Gerhard Richter, Norbert Arns, Hubert Becker, Sabine Moritz-Richter, Konstanze Ell

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