Tages-Anzeiger



Kino Aktuell Dolphin Tale

Delfine wie wir

Von Hannes Nüsseler. Aktualisiert am 14.12.2011

Die Geschichte vom Delfin mit der Schwanzprothese vermeidet die schlimmsten Peinlichkeiten.

Hier wird es wieder offenbar: Ein Delfin ist ein Säugetier.

Hier wird es wieder offenbar: Ein Delfin ist ein Säugetier.

Dolphin Tale

Wo & Wann

Zürich · Winterthur · Region HeuteKalender
Heute keine Vorführungen.

Trailer

Der TV-Player ben&oouml;tigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

Dass Delfine in Gefangenschaft nicht gerade aufblühen, wusste man schon vor den Todesfällen in Conny-Land. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Das amerikanische Delfinweibchen Winter lernte nach dem Verlust seiner Schwanzflosse, mithilfe einer Prothese neu zu schwimmen. «Dolphin Tale» erzählt jetzt nicht nur, wie die künstliche Flosse an den Delfin kam, sondern auch von einem traurigen Jungen (Nathan Gamble), einem traumatisierten US-Soldaten (Austin Stowell) und einem Rettungszentrum für Meerestiere in Finanznöten: Genug Rührseliges also, um mehrere Aquarien zu fluten. Und genau das tut «Dolphin Tale» auch – ohne falsche Scheu.

Natürlich gibt es furchtbare Szenen: Der kriegsversehrte G.I. am Delfinpool ist ideologischer Murks, doch geht Regisseur Charles Martin Smith der schlechte Geschmack nie ganz durch. Das Ergebnis ist paradox: So unwahrscheinlich ein Delfin mit Prothese ist, so unwahrscheinlich ist dieser Gutfühlfilm, der trotz seines Potenzials für Peinlichkeiten nie komplett absäuft.

Der Grund dafür lässt sich nicht so klar benennen: An der schauspielerischen Leistung liegt es wohl kaum, obwohl Morgan Freeman als eigenbrödlerischer Prothesenbauer ganz in seinem Element ist. Auch das 3-D trägt nichts zu einer gelungenen Geschichte bei.

Vielleicht liegt das Geheimnis der Verträglichkeit ja darin, dass «Dolphin Tale» seine Zuschauer in einem entscheidenden Punkt nicht für dumm verkauft: Delfine sind keine Menschen, aber Menschen wären manchmal gerne ein bisschen wie die Delfine in ihrer Vorstellung. Kurz: ein unerheblicher, aber dennoch ganz unterhaltsamer Film.

Dolphin Tale

Regie:Charles Martin Smith
Produktion:USA 2011; 113 min.
Genre:Drama
Erstaufführung:15.12.2011
Darsteller:Morgan Freeman, Ashley Judd, Kris Kristofferson, Harry Connick Jr., Ray McKinnon

Kommentar schreiben / Rating abgeben 







Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.


Bestätigen

Der Züritipp auf Twitter

twitter.com/zueritipp_

Täglicher Newsletter

  • Von klein auf kompetent: Der «züritipp» Newsletter bringt Ihnen täglich Tipps für Kino, Musik, Theater, Kunst & Gastro.
    E-Mail:

Kalender

The contents of this div will be replaced by the inline datePicker.



© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten