Tages-Anzeiger



Kino Aktuell Der Albaner

Ein zu hoher Preis

Von Andreas Scheiner. Aktualisiert am 25.01.2012

Ein junger Albaner versucht in Deutschland die Mitgift für seine Hochzeit aufzutreiben und gerät auf die schiefe Bahn.

Um Geld zu verdienen, reist dieser junge Albaner in die Fremde.

Um Geld zu verdienen, reist dieser junge Albaner in die Fremde.

Der Albaner

Wo & Wann

Zürich · Winterthur · Region HeuteKalender
Heute keine Vorführungen.

Trailer

Der TV-Player ben&oouml;tigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

Nach zwei Monaten harter Tagelöhnerarbeit in Griechenland kehren Arben und sein Vater ins albanische Bergdorf zurück. Der Vater legt die Scheine auf den Tisch. «Scheisse!», stänkert der Grossvater. «So wenig habt ihr verdient?» Von Anfang an dreht sich in diesem Film alles ums Geld.

In den Bergen Albaniens leben die Ärmsten des Landes. In dieser patriarchalischen Stammesgesellschaft hat auch die Liebe ihren Preis: Arben und seine Freundin leben ihre Beziehung im Versteckten; sie ist einem vermögenden Mann versprochen. Doch dann wird sie von Arben schwanger. Und ihr Vater, der Schulden zu begleichen hat, legt fest: Für eine Mitgift von 10 000 Euro darf Arben die Schwangere heiraten.

Deutschland ist reich, also macht sich Arben auf den Weg, um die nötigen Euros zusammenzukratzen. Doch dort hat niemand auf ihn gewartet, da ist er nur «der Albaner». Als WC-Putzer kommt er auf keinen grünen Zweig. Schliesslich gerät er an einem Menschenschlepper (stark: Stipe Erceg), der ihn als Handlanger anwirbt. Arben überlegt nicht zweimal.

Der deutsche Regisseur Johannes Naber kommt vom Dokumentarfilm her und versetzt in seinem schmerzhaft ungeschönten Spielfilmdebüt die Zuschauer in die Haut eines «Illegalen»; eines armen Schluckers mit ehrbaren Absichten, der zur brutalen Erkenntnis «Jeder ist sich selbst der Nächste» kommt. Naber gelingt es, uns an der verfahrenen Situation des Migranten verzweifeln zu lassen. Er bedient nicht das Klischee vom kriminellen Albaner, er erzählt vom Teufelskreis des «Überflüssigen». In seinem rohen Realismus nimmt sich der «Albaner» aus wie ein Gegenstück zu Kaurismäkis bezaubernd versöhnlichem Flüchtlingsdrama «Le Havre».

Der Albaner

Regie:Johannes Naber
Produktion:Germany 2010; 105 min.
Genre:Drama
Erstaufführung:26.01.2012
Darsteller:Nik Xhelilaj, Stipe Erceg, André Hennicke, Luan Jaha, Young-Shin Kim

Kommentar schreiben / Rating abgeben 







Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.


Bestätigen

Der Züritipp auf Twitter

twitter.com/zueritipp_

Täglicher Newsletter

  • Von klein auf kompetent: Der «züritipp» Newsletter bringt Ihnen täglich Tipps für Kino, Musik, Theater, Kunst & Gastro.
    E-Mail:

Kalender

The contents of this div will be replaced by the inline datePicker.



© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten