Tages-Anzeiger



Viel Dada und so

Von Paulina Szczesniak. Aktualisiert am 28.12.2015

Kommendes Jahr gibts wieder viel zu gucken. Wappnen Sie sich!

Zum Schreien gut – und bald im Kunsthaus: Pipilotti Rists Video «Selbstlos im Lavabad».

Zum Schreien gut – und bald im Kunsthaus: Pipilotti Rists Video «Selbstlos im Lavabad».

So. Wir habens geschafft, mal wieder. 2015 ist so gut wie um. Einmal mehr richten wir den Blick drum nach vorn und schauen, was uns das kommende Jahr bringen möge in Sachen Kunst. Und wir konstatieren: Selten waren die Trends so deutlich auszu­machen wie diesmal.

Im Klartext: Um Dada kommt 2016 keiner herum. 100 Jahre wird die schräge Anti-Nullachtfuffzehn-Kunstbewegung dann schon alt. Am 5. Februar 1916 hoben die «Dada-Eltern» Hugo Ball und Emmy Hennings im Zürcher Niederdorf das Cabaret Voltaire aus der Taufe, wo sie sich, «angeekelt von den Schlächtereien des Weltkriegs», fortan «den schönen Künsten hinzugeben» gedachten. An genau diesem Datum wird das geschichtsträchtige Haus drum auch sein Jubiläums-Feuerwerk «Obsession Dada» zünden, das dann 165 Tage lang weiterspratzeln wird: einen für jede(n) der bekannten Dadaisten(-innen). Und weil so ein Hundertster schliesslich anständig gewürdigt werden will, heisst es zeitgleich im Kunsthaus «Dadaglobe Reconstructed» (5.2.-1.5.), im Landesmuseum «Dada Universal» (5.2.-28.3.), im Haus Konstruktiv «Dada anders» (25.2.-8.5.) – und sogar das Rietberg springt auf den Zug auf und macht «Dada Afrika» (18.3.-17.7.).

Im Sommer dann, wenn Dada allen zum Hals heraushängen dürfte, liefert die Manifesta auch schon den nächsten Knaller (11.6.-18.9.) Die ganze Stadt wird im Zeichen der 11. Ausgabe dieser europäischen Wander-Kunstbiennale stehen, vom Löwenbräu bis zum Zürichsee, wo auf einem Floss ebenfalls Kunst gezeigt wird. «What People Do for Money» lautet das schalkhafte Motto des für seine Freestyle-Methoden bekannten Künstler-Kurators Christian Jankowski. Und wenn man sich vor Augen führt, dass der Mann schon ein Jesus-Casting im Vatikan veranstaltet und TV-Wahrsager an die Venedig-Biennale gebracht hat, dürfte das zumindest reichlich unterhaltsam werden.

Was läuft sonst noch? Pipilotti Rist, im Kunsthaus (26.2.-8.5.). Und, weil das Helmhaus im Sommer durch die Manifesta besetzt ist, die städtische Kunststipendien-Schau für einmal erst im Herbst (8.10.-20.11.) Im Fotomuseum Barbara Davatz, die seit den 80ern immer wieder dieselben Leute vor die Kamera zurückholt (27.2.-16.5.). Und, im Gewerbemuseum: Plastilin bzw. die Veranschaulichung, wie daraus Film wird. – Also, man sieht sich 2016. Im Museum!

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