Tages-Anzeiger



Gastro Aktuell Haus zum Rüden

Speisen mit Geschichte

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 09.03.2016

Im Patrizierhaus aus dem 14. Jahrhundert wird neuerdings mit viel Elan gekocht. Die Ambiance ist einzigartig.

Hier im gotischen Saal sassen schon vor Jahrhunderten die Edlen der Stadt zu Tisch.

Hier im gotischen Saal sassen schon vor Jahrhunderten die Edlen der Stadt zu Tisch.

Haus zum Rüden

Adresse: Limmatquai 42
8001 Zürich
Telefon: 044 261 95 66
Url: http://www.hauszumrueden.ch
Öffnungszeiten: Mo-Fr 12-15 und 18.30-24 Uhr

Profil

Preise

Teuer

Ambiente

Feierlich/gehoben

Restaurantarten

Restaurant

Restaurant-Küche

Französisch, Schweizer Küche

Egal ob im grossen gotischen Saal in der ersten Etage oder im Stübli einen Stock ?höher: Das Haus zum Rüden bietet seinen Gästen beeindruckendes historisches Flair sowie einen nicht minder attraktiven Blick auf die Limmat und die gegenüberliegende Seite der Altstadt. Auch kulinarisch hat das neue Gastgeberpaar Tami und Giovanni Pecoraro Ambitionen: Küchenchef Alex Seifermann bietet neben zwanzig A-la-carte-Gerichten noch ein Degustationsmenü an, das mit drei (95 Fr.), vier (110 Fr.), fünf (125 Fr.) oder sechs Gängen (140 Fr.) bestellt werden kann.

Wir starten mit Jakobsmuscheln (25 Fr.) auf der einen und Tortellini (22 Fr.) auf der anderen Seite. Die Muscheln sind an den Seiten schön gebräunt und innen glasig, wie es sich gehört. Leider haben sie ein wenig zu viel Salz erwischt. Tadellos ist dafür der lauwarme Rosenkohlsalat: Die vor dem Garen gezupften Blätter des Wintergemüses sind knackig und frisch, ganz anders, als man es von den ganzen Röschen kennt. Weitere Beigaben sind eine Randenvinaigrette und Meerrettich.

Der Witz bei den Tortellini carbonara ist, dass sich die bekannte Nudelsauce mit Speck, Ei und Käse nicht an, sondern in der hausgemachten Pasta befindet. Weil die Füllung ausgezeichnet schmeckt, stört es uns nicht weiter, dass der Teig etwas dick geraten ist. Dank der Salbeibutter gibt es ein nussiges Aroma obendrauf.

Am Filet vom irischen Hereford-Rind unter gut gewürzter Schalotten-Senf-Kruste mit knuspriger Rösti und glaciertem Gemüse (56 Fr.) beeindruckt uns die Qualität des Fleischs. Auch die gewünschte Garstufe – medium rare – ist perfekt. Der gebratene Wolfsbarsch mit Sepia-Tagliolini, Rosenkohl und Rotweinschalotten (39 Fr.) kann sich nicht ganz gegen seine kräftigen Begleiter durchsetzen, ist aber an sich gekonnt zubereitet.

Zum Abschluss essen wir eine zurückhaltend gesüsste und von Rotweinfeigen begleitete Crème brulée (17 Fr.), die sich durch ein dünnes Krüstchen auszeichnet. Zur Sauerrahmtarte (17 Fr.) gibts hervorragendes, säuerliches Rhabarbersorbet, etwas zu wenig gegartes Rhabarberkompott und eine ge­backene Erdbeere. Alle Gerichte sind mit viel Aufwand zubereitet. Wir glauben, dass die schon jetzt guten Küchenleistungen mit etwas Mut zur Schlichtheit noch besser wären.

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