«Meine Bücher sind nicht ernst!»
Interview: David Sarasin. Aktualisiert am 21.02.2012
Location
| Name: | |
| Adresse: |
Infos
Datum und Uhrzeit
Sarah Kuttner
Bis 2006 moderierte Sarah Kuttner (geboren 1979 in der DDR) auf Viva und später auf MTV ihre eigene Fernsehshow. Nach deren Absetzung arbeitete Kuttner bei der ARD, wo im Herbst die zweite Staffel der Sendung Bambule ausgestrahlt wird. Daneben hat die Deutsche zwei Romane geschrieben. Mängelexemplar erschien 2009, Wachstumsschmerz 2011. Zuvor erschien eine Sammlung ihrer für die Süddeutsche Zeitung verfassten Kolumnen. Am 23. Oktober liest Sarah Kuttner in Zürich, im Komplex 457.
Du giltst als originell, frech und stets gut gelaunt. Ist es anstrengend, Sarah Kuttner zu sein?
Meistens nicht. Ich kenne ja nichts anderes und muss mich auch nicht verstellen. Ich bin generell ganz zufrieden mit meinem Leben, das merkt man vielleicht. Ich spiele eigentlich keine Rolle, weder in der Moderation noch in den Büchern.
Hättest du gleich viele Bücher verkauft, wenn man dich nicht vom Fernsehen her kennen würde?
(lacht) Wahrscheinlich nicht. Mein Name erlaubt es mir, Dinge auszuprobieren. Die verkaufen sich dann auch gar nicht mal so schlecht.
Viele Jungmoderatoren wechseln vom Fernsehen in den Literaturbetrieb. Der Lauf der Dinge?
Ich empfinde das ja gar nicht als Wechsel. Meinen Moderatorinnen-Job mache ich immer noch gerne. Bloss habe ich nebenher zwei Bücher geschrieben. Irgendwann wollte ich längere Geschichten erzählen. Wie es den anderen Moderatoren ging, weiss ich aber nicht. Doch bleibt mein Hauptberuf das Moderieren.
In deinen Büchern befasst du dich mit Themen wie Depression und Nicht-erwachsen-werden-Wollen. Bist du ernster geworden?
He. Ich befasse mich auch im Fernsehen mit ernsten Themen. Ausserdem empfinde ich meine Bücher gar nicht als besonders ernst. Eigentlich sind sie doch lustig, oder? Sie dienen in erster Linie der Unterhaltung. Meine Bücher sind eher Belletristik als ernsthafte Literatur.
Luise, der Hauptfigur in deinem Roman, mangelt es an Ehrgeiz. Warst du selber strebsamer?
Nun gut, Luise ist eine erfundene Person. Sieht hat nicht besonders viel mit mir zu tun. Doch sehe ich mich selber nicht als besonders ehrgeizig. Ich renn ja nicht in der Gegend rum und treffe mich mit wichtigen Leuten et cetera. Und Ehrgeiz assoziiere ich immer mit eher negativen Sachen wie dem Sichhochboxen und so weiter.
Trotzdem bist du erfolgreich.
Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Hätte ich mich ein, zwei Jahre früher bei Viva beworben, hätten die mich möglicherweise nicht genommen. Ausserdem habe ich meinen Job immer sehr gerne gemacht. Das hilft.
Schaust du selber noch Musikfernsehen?
Nur sehr selten. Das einzige Mal, als ich Musikfernsehen gesehen habe, war damals, als ich selber noch bei Viva gearbeitet habe. Da lief die Kiste immer im Hintergrund (lacht).
Kuttner, Live (2006):





Von klein auf kompetent: Der «züritipp» Newsletter bringt Ihnen täglich Tipps für Kino, Musik, Theater, Kunst & Gastro.