Tages-Anzeiger



Sisters

Kopfüber ins Chaos

Von Gregor Schenker. Aktualisiert am 10.02.2016

Die Komödiantinnen Tina Fey und Amy Poehler spielen zwei grundverschiedene Schwestern.

Kate (Tina Fey, l.) und Maura (Amy Poehler) räumen ihr Kinderzimmer aus.

Kate (Tina Fey, l.) und Maura (Amy Poehler) räumen ihr Kinderzimmer aus.

Sisters

Wo & Wann

Zürich · Winterthur · Region HeuteKalender
Heute keine Vorführungen.

Trailer

Der TV-Player ben&oouml;tigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

«Von meinem Haus aus kann ich Russland sehen.» Der Satz wird gern Sarah ­Palin in den Mund gelegt – dabei stammt er von Tina Fey. Sie parodierte die Politikerin 2008 in der Sketchshow «Saturday Night Live» (SNL). Der Ausspruch hat sich gehalten, ein Beweis für die Durchschlagskraft der Komikerin. Im Sketch stand ihr Amy Poehler gegenüber, und zwar in der Rolle der Hillary Clinton. Wie diese an ­Palin fast verzweifelt und gleichzeitig den medialen Sexismus geisselt, gilt zu Recht als Highlight in der Geschichte von SNL.

Fey und Poehler lernten einander kennen, als sie zusammen in Chicago Improtheater machten, Jahre vor ihrem Durchbruch im Fernsehen. Die langjährige Freundschaft merkt man auch ihrem Film «Sisters» an. Dass ihre Figuren Schwestern sind, glaubt man jedenfalls sofort, und es ist eine Freude, wie sie sich aneinander ab­arbeiten. Maura (Amy Poehler) ist eine durch und durch seriöse Frau, die schon als Teen­ager immer freiwillig die «Partymutter» war – während Feiern also auf Alkohol verzichtete und aufpasste, dass die Betrunkenen keinen Schaden nahmen. Dagegen ist Kate (Tina Fey) ein notorischer Luftikus und muss sich von der eigenen Tochter sagen lassen, sie solle endlich Verantwortung übernehmen.

Fey und Poehler legen dabei derart viel komisches Talent an den Tag, dass sie selbst die schwächeren Witze retten. Umso besser wirken die guten Zeilen. Da sitzen Kate und Maura zum Beispiel in der Badewanne und lesen einander aus ihren alten Tagebüchern vor. Maura: «Liebes Tagebuch, heute habe ich einen Tampon ausprobiert. No thanks Tom Hanks!»

Zum Graben in der Vergangenheit kommt es, weil das Elternhaus verkauft worden ist. Als die Schwestern ihr Kinderzimmer ausräumen, fassen sie einen Plan: Bevor das Haus an die neuen Besitzer übergeht, wollen sie noch einmal eine grosse Party feiern. Aber diesmal mit umgekehrten Vorzeichen: Kate gibt die Partymutter, während sich Maura zum ersten Mal im Leben so richtig gehen lassen darf. Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Fete im Chaos versinkt.

Seit SNL gehören Tina Fey und Amy Poehler zu den besten amerikanischen ­Komödiantinnen. Sie haben die grandiosen Comedyserien «30 Rock» bzw. «Parks and Recreation» geprägt. Mit «Sisters» beweisen sie erneut ihr Können – und stellen männliche Kollegen wie Adam Sandler oder Will Ferrell locker in den Schatten.

Sisters

Regie:Jason Moore
Produktion:USA 2015; 118 min.
Genre:Comedy
Erstaufführung:11.02.2016
Darsteller:James Brolin, Adrian Martinez, Amy Poehler, Ashley James, Jennifer Simard

Kommentar schreiben / Rating abgeben 







Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.


Bestätigen