Tages-Anzeiger



Forschung und Tradition

Aktualisiert am 27.01.2016

Das Badener Festival der Popentdeckungen setzt seine überzeugende Linie auch 2016 fort.


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Einiges bleibt gleich an der sechsten Ausgabe des One Of A Million Festivals (OOAM) in Baden: die Konzertorte, die Grösse, der Charakter des mit 45 Acts an 8 Tagen dichten und doch nicht überbordenden Programms, das weder an geografischen noch stilistischen Grenzen haltmacht. Gleich bleibt auch, dass unter den auftretenden Künstlern etliche neue Namen zu finden sind.

Sam Amidon ist ein Musiker, der ohne Gedöns auskommt. Der 34-Jährige entstammt einer Familie von Folkmusikern und pflegt mit Gitarre, Banjo und Violine nicht nur das überlieferte Liedgut seines Heimatlandes USA, sondern auch irische und andere Traditionals, die er neu arrangiert. Ohne die Wurzeln dieser Mörderballaden, Songs der Verzweiflung und Hymnen der Hoffnung zu verleugnen, verleiht ihnen der Ehemann der Sängerin Beth Orton eine moderne Note. Neben der sparsamen, stupenden Instrumentierung ist es sein unüblicher Tenorgesang, der die Stücke trägt und der Traurigkeit stets auch Wärme und Herzlichkeit einhaucht. Der alte Folk, er klingt hier alles andere als vergänglich.

Während Amidon schon auf eine längere Bühnenkarriere zurückblickt, werden andere Acts in der Musikwelt gerade erst bekannt – das OOAM will schliesslich ein Ort der Entdeckungen sein. So reist Kari Jahnsen alias Farao mit ihrem Debütalbum «Till It’s All Forgotten» an. Die junge Norwegerin ist schon weit herumgekommen: vom Dorf Ulnes zog sie nach Trondheim, dann nach Oslo, Liverpool, London und weiter nach Berlin. «Ich habe einen ruhe­losen Charakter», sagt sie.

Genauso wie Ortschaften entdeckt sie ständig neue Instrumente. Am Anfang eine Singer-Songwriterin mit Gitarre, lernte sie Schlagzeug und arbeitet heute auch mit Synthesizern oder gar einer Sitar. So kreiert Farao elektronischen Pop, der vor Ideen sprüht, quere Rhythmen und verwinkelte Grooves mit hypnotischem Gesang kombiniert. Sie verweigert sich den einfachen Wegen und beeindruckt genau deshalb. Es ist typisch für das OOAM, diesen musikalischen Forschungsdrang neben Amidons Sinn für Traditionen zu stellen.

Abendpässe 39–49 Franken
Eröffnung mit Sophie Hunger: Fr 29.1., Nordportal, 22.30 Uhr
Farao: Mi 3.2., Royal, 22.30 Uhr
Sam Amidon: Di 2.2., Stanzerei, 20.45 Uhr

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