Tages-Anzeiger



Ein neues Zimmer zum Spielen

Aktualisiert am 24.02.2016

Das Mittwochstreffen der Jazzszene, die Jazzbaragge, ist seit zwei Wochen im Moods daheim. Der «Züritipp» war bei der Premiere dabei.

Momentaufnahme der ersten Jazzbaragge im Moods vom 17. Februar.

Momentaufnahme der ersten Jazzbaragge im Moods vom 17. Februar.


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Ein Trio aus Piano, Bass und Schlagzeug spielt sich warm. Den eintreffenden Clubgästen bietet es eine einladende Klangkulisse aus wohlbekannten Jazzstandards. Nach einigen Stücken kann sich, wer will, mit dem mitgebrachten Instrument zur Band auf die Bühne gesellen.

Was seit 15 Jahren wöchentlich in der Zürcher Jazzbaragge geschieht, kennen Musikbegeisterte zumindest dem Namen nach. Die Jam Session gehört zum Jazz wie die Farbe zur Malerei. Sie geht auf die Afterhour-Sessions zurück, die der Saxer Henry Minton ab den späten 1930er-Jahren in Harlem, New York, initiierte.

«Voraussetzung für ein Gelingen solcher Sessions ist eine stimmige Atmosphäre», sagt Dave Feusi, Mitbegründer und bis heute gute Seele und Vereinspräsident der Jazzbaragge. Die «einladende Initimität» des langjährigen Lokals im Mehrspur-Club der ZHdK an der Waldmannstrasse habe man nach dem Umzug der Schule ins Toni-Areal vermisst. «Das Moods hat lange schon Interesse an unseren Jams signalisiert», so Feusi, «und alles daran gesetzt, uns perfekte Rahmen­bedingungen zu bieten.»

Nun glänzt Zürichs bekanntester Jazzclub im Schiffbau nicht gerade durch Behaglichkeit. Umso überraschter war, wer vorletzten Mittwoch zur Premiere der Jazzbaragge im Moods erschien. Mit dem simplen Einhängen zweier schwarzer Vorhänge ist der Saal zum gemütlichen Spielzimmer redimensioniert worden. «Seit ich im Moods arbeite, schwebt mir ein regelmässiger ­Jam-Abend vor», sagt Claudio Cappellari, Moods-Geschäftsleiter seit 2009. Feusi und Cappellari sprechen von einer Win-win-Situation. «Wir profitieren vom Moods mit seinem bekannten Namen und der guten Infrastruktur und bescheren dem Club zugleich neue Publikumssegmente», sagt Dave Feusi. Und Claudio Cappellari ergänzt: «Ich freue mich, dass das Moods wieder vermehrt zur zweiten Stube, ja zum Vereinslokal der Zürcher Jazzer wird.»

Die Jam-Bands werden sich auch künftig aus Studierenden der ZHdK, aus jungen und aus ­etablierten Musikern der erweiterten Zürcher Szene zusammensetzen. Immer wieder stossen bekannte Jazzer dazu, in den nächsten Wochen etwa der Luzerner Pianist Peter Zihlmann oder Drummer Lionel Friedli aus Biel. Den Auftakt vor zwei ­Wochen bestritt das Ad-hoc-Oktett des inter­nationalen Workshops Sofia (Support of ­Female Improvising Artists). Ende März ist die Jazz School Lausanne zu Gast.

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