Tages-Anzeiger



The Chinese Recipe: Copy and Create

Achtung Diebe

Von Pierfrancesco Basile. Aktualisiert am 16.03.2016

In China wird alles kopiert. Dies aber auf kreative Weise.

Auch diese Drohnenkopierer träumen vom süssen Nichtstun in den USA.

Auch diese Drohnenkopierer träumen vom süssen Nichtstun in den USA.

The Chinese Recipe: Copy and Create

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«Die Industrie dient dem Vaterland», liest man auf dem Plakat eines Futtermittelherstellers. Ob in diesem Land lauter Idealisten leben? Man zweifelt daran, wenn man sieht, wie die Augen ?des Industriellen leuchten, sobald er von seinem lukrativen Geschäft erzählt. Halal-Futter produziert er – ­Futter, das nach ­islamischen Gesetzen erlaubt ist und in den arabischen Ländern verkauft wird.

Dafür werden Pressen benutzt, die zusammengebastelt sind aus Kopien der besten Bestandteile ausländischer Maschinen. Aber immerhin werden sie anders angestrichen. Der energische Selfmademan, der diese Maschinen baut (heute in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Konzern), kann sich das Lachen kaum verkneifen, wenn er davon berichtet, auf welcher Grundlage sein Reichtum beruht. Er steht kurz vor der Pensionierung. Bald wird er das schöne Nichtstun in den USA geniessen.

Ein faules Leben in Übersee: Dies ist auch der Traum des Drohnenkonstrukteurs Chuan Angelo Yu, bei dem schon der Name nach Imitation klingt. Einzig der Stereoanlagenhersteller Xiahoui Zou, Begründer der kleinen Firma Happy Buying Electronics, scheint andere Ziele zu verfolgen. Eines Tages möchte er gern heiraten, sagt er: Schön müsse seine Frau nicht sein, aber gross und stark!

Regisseur Jürg Neuenschwander («Kräuter und Kräfte») hat einen Dokumentarfilm über das chinesische Wirtschaftswunder gedreht: hochaktuell, brisant und stets unterhaltend. Urkomisch ist zum Beispiel die Szene, in der ein Manager vor seinen Arbeitern auf einer Bühne tanzt. Es ist aber auch ein sehr beunruhigender Film: Sollen wir diese kreativen Kopisten bewundern – oder fürchten?

The Chinese Recipe: Copy and Create

Regie:Jürg Neuenschwander
Produktion:Switzerland 2015; 95 min.
Genre:Documentary
Erstaufführung:17.03.2016

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