Frontfrau
Aktualisiert am 01.02.2012
Eine winzig kleine Bar, viel in die Kehlen strömender Alkohol, Musik, Gequatsche und ein Männerchor, der im Freien steht und unaufhörlich «What Shall We Do With the Drunken Sailor» singt. Diese Zutaten gehören nicht zur albtraumhaft verzerrten Erinnerung ans letzte Extrem- gezeche, sondern zu einer erfolgreichen Fernsehshow: zu «Inas Nacht», bei der die Norddeutsche Ina Müller für den NDR prominente Showbusiness-Gäste empfängt; und gern, ja sehr gern mit ihnen singt.
Mit diesem Konzept polarisiert die gute Dame. Ein paar schnell zustande gekommene Umfrageergebnisse: «Hysterischer Schwachsinn!» «So etwas Lockeres hätte ich den Deutschen gar nicht zugetraut!» «Die Frau ist doch peinlich, die drängt sich immer so auf.» «Super, endlich mal eine laute Frau, die Erfolg hat!» «Sehr geil!» «Kenn ich nicht!»
Anders sieht die Sache aus, wenn Ina Müller Musik macht. Hier vermeidet sie die Extreme. Ihr Herz scheint dem verswingten Chanson zu gehören. Und aus ihrer Zeit als Musik-Kabarettistin hat sie sich eine Vorliebe für wortspielerisch formulierte Texte zum Beziehungsleben und zu Beziehungskatastrophen erhalten. Auch als Anwältin des Plattdeutschen tritt sie auf, aber ob sie das in Zürich machen wird? Man kann jedenfalls mit einer gediegenen Band und einer sehr temperamentvollen Frontfrau rechnen. (duk)
Eintritt 55–75 Franken




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