Von Muscheln, Füsschen und Legenden
Von Esther Kern. Aktualisiert am 01.02.2012
| Adresse: | Breitensteinstrasse 21 8037 Zürich |
| Telefon: | 044 241 22 28 |
| Url: | http://www.levante.ch |
| Öffnungszeiten: | Di-Sa 17-24 Uhr, Hauptspeisen 32-35 Franken. |
User-Rating
Profil
Preise
Moderat
Ambiente
Einfach/ungezwungen
Kriterien
In-Lokal
Restaurantarten
Restaurant
Restaurant-Küche
Frische Marktküche
Als Christian Egger 1995 im Kreis 4 den Tessinerkeller eröffnete, ahnte er wohl kaum, dass daraus dereinst eine Restaurantlegende werden würde. Doch: Die einstige «Räuberhöhli» ist Geschichte. Und als solche muss man sie behandeln, wenn man das neue Lokal von Egger besucht. Denn vergleichen, das wäre wie mit dem Apfel und der Birne – oder wie mit Blut- und Leberwurst, um bei Eggers Spezialitäten zu bleiben. Der Tessinerkeller war mittendrin – das Restaurant Grüntal ist nicht mehr so zentral gelegen. Allerdings ist man schneller da, als man denkt. Und ein paar Dinge sind geblieben, die Biometzgete etwa und die Moules et Frites.
Tessinerkeller-Deko kommt noch
Die Miesmuscheln stehen denn auch fast auf jedem Tisch bei unserem Besuch an einem Freitagabend. Das Restaurant ist gut besucht. Holztische und -stühle bringen etwas Tessinerkeller-Stimmung in die drei Räume. Viele Bilder aus dem alten Lokal haben ebenfalls den Weg ins Grüntal gefunden. Ansonsten wirkt der vordere Teil, in dem wir sitzen, mit dem hellen Plattenboden eher etwas kühl. Die hintere Stube mit Holzboden und Blick aufs GZ Wipkingen strahlt da schon mehr Gemütlichkeit aus. Egger sagt auf telefonische Nachfrage, dass manche Tessinerkeller-Dekor-Ikonen noch Einzug halten werden im Grüntal, das brauche Zeit.
Die Karte ist klein und ähnlich wie die des Tessinerkellers. Mit Alpenküche umschreibt Egger sein Angebot. Asiatische Einflüsse wie einst im Tessinerkeller lässt er weg, «das würde nicht passen». Um seine kulinarische Asienpassion auszuleben, sucht er ein zweites Lokal. Seine Leidenschaft für gute Weine indes kann er im Grüntal ausleben – zu fairen Preisen bietet er europäische Weine an, zum Beispiel viele erstklassige Pinots noirs aus der Schweiz.
Der Schweinefuss
Auch die Preise für die Speisen sind fair für das, was man hier geniesst. Die Moules (35 Fr.) werden in grossen Portionen im Kupferpfännchen serviert und schmecken an der «Vatikan»-Sauce mit wenig Rahm ausgezeichnet, die Pommes dazu ebenfalls. Wir geniessen auch das Kalbshäxli mit Risotto (35 Fr.). Das mürbe geschmorte, delikate Häxli verdient das «-li» jedoch wirklich: Sehr wenig Fleisch ist dran, für uns gerade recht, für einen hungrigen Gast vielleicht knapp. Allerdings, und das macht das «-li» wieder wett: Als Beilage gibts Gemüse. Nicht irgendeines, sondern ein Plättli mit vier Sorten: Selleriepüree, Dörrbohnen, Karotten und Randen – von diesem Wintergemüse könnten sich so manche Köche eine Scheibe abschneiden!
Bei der Vorspeise wagen wir uns an einen Schweinsfuss (Fr. 11.50). Er ist mit pikanter Vinaigrette tadellos zubereitet. Trotzdem sind wir froh, hat es diesmal nicht viel Fleisch am Knochen – das Füsschen ist deftige Kost. Dass es hier angeboten wird, finden wir toll, und die Gäste schätzen es gemäss Egger ebenfalls.
Das Grüntal ist noch kein Routinebetrieb: Vierzig Minuten warteten wir auf die Vorspeise, nochmals so lange auf den Hauptgang. Verbesserungswürdig auch die Lüftung. «Da ine schmöckts nach geil guetem Fueter!», sagt ein Gast. Ein kleiner Trost immerhin: Unsere Kleider wandern anderntags nicht wegen alten Öls, sondern wegen guten Essens in die Reinigung.
Di – Sa 17 – 24 Uhr, Hauptspeisen 32 – 35 Franken Biometzgete bis 18. 2. (Vegi-Gericht und Moules et Frites auch während der Metzgete)
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3 KOMMENTARE
Wie haben wir den Tessinerkeller vermisst! Leider ist jedoch beim Lokalwechsel die Qualität auf der Strecke geblieben. Das Essen, wie auch der vom Chef empfohlene Wein waren leider nahezu ungeniessbar. Zudem wurden wir noch ziemlich unfreundlich abserviert als wir meldeten, dass der Wein nach Geschirrspülmittel riecht. Ein knappes Sorry jedoch keinen Ersatz für den ungeniessbaren Wein. Schade schade schade. Wir vermissen den Tessinerkeller immer noch.
die karte bietet eine kleine, aber interessante auswahl; das gitzi kurz vor ostern war optimal gelungen (und grosszügig portioniert!); auch der schweinsfuss und die hühnerleber-terrine als vorspeisen waren prima; eine recht spezielle aber durchaus angenehme atmosphäre und sehr faire preise verleihen diesem lokal eine besondere attraktivität. wir freuen uns schon auf den nächsten besuch!




