Tages-Anzeiger



Gastro Aktuell Wild Bar

Sie servieren Hirn und Helium

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 12.01.2017

Ein Quartett um Valentin Diem hat aus dem ehemaligen Restaurant Ciro im Kreis 4 ein aufregendes Pop-up gemacht.

Sie habens erfunden: Valentin Diem, Elif Oskan, Claudio Sacchi, Markus Stöckle (v.l.).

Sie habens erfunden: Valentin Diem, Elif Oskan, Claudio Sacchi, Markus Stöckle (v.l.). Bild: Doris Fanconi

Wild Bar

Adresse: Militärstrasse 16
8004 Zürich
Url: http://www.wildbar.ch
Öffnungszeiten: Mo 17–24 Uhr, Do–So 17–24 Uhr

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Bar

«Einmal das Philosophenhirn und einmal des Gockels bestes Stück, bitte!» So könnte eine Bestellung in der Wild Bar klingen. Zu den ungewöhnlichen Bezeichnungen gehören ungewöhnliche Gerichte: ein Kalbshirnbeignet mit Preiselbeergel und dem vom Sushi bekannten Reisessig (12 Fr.), das in einem mit Goldfarbe besprayten Kalbsschädel serviert wird, respektive Hoden, Zunge und Kamm eines Poulets, verpackt in dessen Hals (24 Fr.).

Dass die Speisen nicht nur interessant klingen, sondern auch hervorragend schmecken, ?garantiert das Küchenteam um die drei Wild-Bar-Initianten Markus Stöckle, Valentin Diem und Elif Oskan. Stöckle war Chef de Partie und Leiter der Entwicklungsküche in der weltberühmten Fat Duck von Heston Blumentahl in London, Diem gilt mit seinem Unternehmen Valefritz als Godfather der Schweizer Pop-up-Gastronomie, Oskan als Dessertkünstlerin von internationalem Format. Den Posten des Host füllt Claudio Sacchi, der vierte Initiant, aus.

«Wir haben mit der Wild Bar unsere Vorstellung des ungezwungenen Genussorts umgesetzt, mit Neugier, Freude und Leidenschaft», sagt Elif Oskan, die in Zürich durch ihre Firma Miss Marshall bestens bekannt ist. «Wir sehen das Lokal als unsere Plattform. Hier zeigen wir, was wir überall auf der Welt gelernt und zusammengetragen haben.»

Schwierig auf dem Markt zu finden

Eine Schlüsselrolle im Konzept spielt Patrick Marxer vom Wetziker Label Das Pure. Er beschafft für die Wild Bar all jene Produkte, die nicht einfach auf dem Markt zu finden sind. Die Zitzen von Schweinen etwa. Diese werden knusprig ausgebacken und mit einer japanischen Gewürzmischung veredelt (6 Fr.).

Für alle, denen das ein wenig gar wild ist, stehen auf der Karte auch klassischere Gerichte wie ein Rotwein-Käse-Toast (11 Fr.), der einen Meter lange Fäden ziehen und auf Wunsch mit Kaviar gekrönt werden kann, oder eine Foie-gras-Terrine (16 Fr.). Und es werden immer wieder Gastköche in der Wild Bar am Herd stehen: Die mit zwei «Michelin»-Sternen ausgezeichneten Nenad Mlinarevic («Gault Millau»-Koch des Jahres 2016) und Sven Wassmer haben ihr Kommen schon zugesagt. Ebenso Markus Stöckles Mentor aus Deutschland, der einen bayerischen Abend ausrichten wird.

Die Daten für diese Events sind noch offen. Das neue Jahr beginnt an der Militärstrasse 16 aber am 5. Januar auf jeden Fall mit Toast Hawaii von der Plancha und Champagner. Gute Gastronomie scheut auch Verpöntes nicht.

Kern des Getränkeangebots sind ohne Zusätze produzierte Naturweine. Dazu gibt es Champagner und alte Preziosen, etwa Riesling aus den Siebzigern und Achtzigern. Und ja, auch Flüchtiges kann man in der Wild Bar ordern – in Form von aromatisiertem Helium, das die Gäste aus einem Ballon als Zwischengang einatmen.

Fünf Monate lang – bis zum Beginn der grossen Renovation des Hauses – kann sich die Stadt über dieses aussergewöhnliche Pop-up freuen, das vom Zürcher Designstudio Klauser Lienhard mit unzähligen Spiegeln und viel Sinn für Baratmosphäre ausgestattet wurde.

Snacks und grössere Speisen 4.50–26 Franken Oona-Kaviar 30 g 90 Franken, 50 g 120 Franken

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2 KOMMENTARE

Friedrich Eberle

13.12.2016, 08:12
star1

Interessantes und eigentlich unterstützungswürdiges Konzept. Die Vorfreude allerdings verblasst total beim Sichten der Weinkarte. Alles super teuer.


Aldo Battaini

09.12.2016, 06:00
star5

Liebe Betreiber des "Ciro", Ich habe vor 56 Jahren meinen 20. Geburtstag im Ciro gefeiert !!!! Wirt : Oberdan Foiera !!! Wuensche euch einen guten Start !!!! Wohne jetzt in Kapstadt Immer 5 Sterne !!!!!