Tages-Anzeiger



Gastro Aktuell Smith & De Luma

Saftig und knusprig

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 24.11.2016

Im neuen Lieblingslokal der Zürcher Szene kann mannicht nur sehen und gesehen werden, sondern auch sehr gut essen. Wenn auch zu ziemlich happigen Preisen.

Rindfleisch und Pommes frites sind im Smith & de Luma die optimale Wahl.

Rindfleisch und Pommes frites sind im Smith & de Luma die optimale Wahl.

Smith & De Luma

Adresse: Grubenstrasse 27
8045 Zürich
Telefon: 077 411 31 22
Url: http://www.smithanddeluma.ch
Öffnungszeiten: Mo 11.30–14 Uhr, Di–Fr 11.30–14 Uhr und 18–24 Uhr, Sa 18–24 Uhr

User-Rating


Profil

Preise

Nicht ganz billig

Ambiente

Einfach/ungezwungen

Restaurantarten

Restaurant

Restaurant-Küche

Fleischspezialitäten

Unsere ersten Eindrücke vom Smith & de Luma? Schlicht, stilvoll, lebendig. Und laut. Gäste, die sich an einem der langen Tische in den geschmackvoll renovierten Räumlichkeiten des ehemaligen G27 unterhalten wollen, brauchen entweder Ohren wie ein Luchs oder das Stimmorgan eines Heldentenors. Doch es macht Spass, hier zu sitzen. Auch weil der Service für ein In-Lokal untypisch herzlich ist und man das rege Treiben der Köche in der einsehbaren Küche verfolgen kann.

Auf der Abendkarte stehen fünf Vor- und sechs Hauptspeisen, dazu gibt es eine Reihe von Tagesempfehlungen, die an einer Tafel an der Wand aufgeführt sind und mündlich erklärt werden. Warum die Karte auf Englisch ist, erschliesst sich uns nicht. Wir übersetzen also wie einst in der Schule und entscheiden uns für den von Luma geräucherten Lachs mit Fenchel, Zitrone und Cerealien (19 Fr.) sowie den Nüsslisalat mit schwarzem Trüffel und in einer Salz-Zucker-Mischung getrocknetem Eigelb (16.80 Fr.).

Ein wenig enttäuscht sind wir von der Auswahl an Offenweinen. In einem Lokal, an dem die Weinhandlung Smith & Smith beteiligt ist, hätten wir da mehr erwartet. Immerhin: Der Calados del Puntido, ein erdiger, aber auch ?beeriger Temperanillo aus dem Rioja (11 Fr./dl), entpuppt sich ebenso als gute Wahl wie die fruchtig-frische Zürcher Regula Cuvée (8 Fr./dl).

Fast uneingeschränkte Freude haben wir an den Vorspeisen. Der Nüssli­salat ist tiefgrün und schön fest. Sein nussiges Aroma kommt voll zur Geltung, weil die Sauce zum einen sehr mild und zum anderen perfekt dosiert ist. Auch das veredelte Eigelb schmeckt vortrefflich. Der über den Salat gehobelte Trüffel ist dagegen recht diskret im Geschmack, die Idee, noch ein erdiges Aroma einzubauen, verdient aber Lob. Genauso wie die grosszügige Portionierung dieser doch recht kostspieligen Zutat.

Erstklassig ist der in dicke Tranchen geschnittene Lachs – Luma versteht sich nicht nur aufs Reifen von Fleisch, sondern ganz offensichtlich auch aufs Räuchern. Ein knackiger Fenchelsalat gibt dem Gericht die nötige Frische. Dazu noch ein Stück vom wunderbaren Brot aus dem Körbchen, und das kulinarische Glück ist perfekt.

Das Schweizer Kalbskotelette (280 g/58 Fr.), einer der beiden Hauptgänge, ist zwar butterzart, nur schmeckt es nicht nach viel. Wir trösten uns mit den süchtig machenden, in Entenfett ungemein knusprig ausgebackenen Pommes frites ?(9 Fr.) sowie köstlichen grünen Bohnen (7 Fr.), unter die noch Dörrbohnen gemischt wurden. Von der Black-Angus-Hochrippe (450 g/89 Fr.) werden wir trotz des recht heftigen Preises noch lange schwärmen: Selten ist uns ein so aromatisches, mürbes Stück Fleisch untergekommen.

Das nächste Highlight gibts zum Nachtisch. Eine mit dezent süssem Quittenmus bestrichene Sponge-Cake-Schnitte mit Doppelrahm und einer erfrischenden Quittengranita (12 Fr.), von der wir eine ganze Schüssel essen könnten. Die als recht flache Scheibe servierte warme Mousse au Chocolat mit Minze (14 Fr.) ist gewaltig schokoladig, dabei aber nicht über Gebühr süss. Vorspeisen 14–26 Franken, Hauptspeisen 29–89 Franken (exkl. Beilagen). Mittags stehen zwei günstige Menüs für 25 bzw. 22 Franken (vegetarisch) zur Auswahl.

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1 KOMMENTARE

Friedrich Eberle

01.12.2016, 10:24
star1

Das ist doch abgelutscht. Extrem teure Weine (8 Fr./dl für einen lokalen Weisswein der nichtmal so viel die Flasche kostete im Einkauf...) und Chalbsgottlet. Joggen die das zahlen.