Gemütlich & Gut
Von Michael Lütscher. Aktualisiert am 23.06.2011
Infobox
| Adresse: | Beckenhofstr. 5 8006 Zürich |
| Telefon: | 044 362 42 55 |
| Url: | http://www.dreistuben-zuerich.ch |
| Öffnungszeiten: | Mo-Fr 11-14.30 und 17-24 Uhr. |
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Profil
Preise
Nicht ganz billig
Ambiente
Tische weiss gedeckt
Kriterien
Kreditkarten - Ja, Rollstuhlgängig - Nein
Restaurantarten
Restaurant
Restaurant-Küche
Frische Marktküche, Schweizer Küche, Schweizerische Spezialitäten
Welche Art Essen wünscht man sich, wenn die Gaststube vollständig in Holz gehalten ist und rot-weiss karierte Servietten bereitliegen? Natürlich, man hat Lust auf Traditionelles. Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti etwa, oder Hackbraten mit Kartoffelstock.
Solche Gerichte finden sich in den Drei Stuben unter dem Begriff «Klassiker» auf der Karte. Und wenn man diese hier bestellt, liegt man richtig. Der Hackbraten (33 Franken) ist so urchig und vollendet wie das Lokal. In diesen Rahmen passt auch das Rahmgulasch (44 Franken), mürbes Fleisch in einer senfgelben Sauce mit der Konsistenz von Schlamm, dazu Spätzli. Solche Speisen machen einen auch an einem trüben Sommerabend glücklich.
Erstaunlich hingegen ist, dass dieses alte Restaurant, das dem Studenten-Schützenverein Zürich als Stammlokal dient, vom erst 31-jährigen Gastronomen Marco Però geführt wird. Der hat sich in Zürich einen Namen gemacht als Koch an trendy Orten, zuerst in der damaligen Tramstation am Stauffacher, dann im Coco Grill beim Paradeplatz und letzten Sommer in Fischer’s Fritz, dem Restaurant auf dem Campingplatz Wollishofen. «Ich liebe Tradition, aber auch ich liebe es auch, sie zu brechen», sagt Però, und verweist auf zwei Umstände: dass er bereits im Münsterhof «Traditionelles» gekocht und seine Lehre im alten Grandhotel Dolder absolviert habe.
Der Bruch mit der Konvention manifestiert sich etwa in einer Currysuppe mit Cevapcici (13 Franken): Kokosmilch, gewürzt mit einer indischen Currymischung garniert mit zwei Rädchen pikanter Wurst. Als Tagesangebot gäbe es auch Ravioli gefüllt mit Zucchiniblüten und Ricotta, und auf der Karte stehen Gerichte wie ein Pot-au-Feu von Fischen aus dem Zürichsee oder flambierte Bandnudeln.
Sehr schön, wie ein Blumenbouquet, der gemischte Salat (11 Franken), mit weissen Spargeln, Erdbeeren, verschiedenen Blattsalaten und offensichtlich gesunden Sprossen (wir sind wohlauf). Es macht Freude, hier zu Tisch zu sitzen. Das hilft auch über die zuweilen flapsige Bedienung des deutschen Kellners hinweg.
Eine Freude ist auch die Weinkarte. Darin findet sich eine gut strukturierte Auswahl an Flaschen aus den wichtigen Weingebieten Europas zu fairen Preisen. Das Angebot offen ausgeschenkter Tropfen ist klein, die Weine aber sind gut. Der weisse Pecorino Riseis (6. 40 Franken/dl) aus den Abruzzen ist fruchtig, der rote Toscana Libertà aus San Giovese-, Merlot- und Cabernet-Sauvignon-Trauben (7.60 Fr/dl) ein vitaler, nicht zu schwerer Wein.
An warmen Tagen lockt der Kiesgarten, an Sonntagen der «Buure-Brunch» und ab Herbst der silberne Wagen, der dekorativ im Lokal steht, mit gebratenem Fleisch.
Eine Frage bleibt: Wieso heisst das Gasthaus Drei Stuben, wo es doch nur zwei hat? Die Zeile aus drei Häusern, an die es um 1860 angebaut wurde, heisst so, und so nannte man es ursprünglich «Zun Drei Stuben».
Hauptgänge 24.50–54 Franken
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3 KOMMENTARE
Vielleicht wäre es eine echte Marktlücke, wenn ein Wirt einmal richtige Klassiker anbieten würde. Schnitz, Schtunggis, Suurchruutrööschti oder Zwetschgenbraten, das ist einheimische Küche.
Es gibt sie also noch die Gasthäuser in denen man sich neben der vorzüglichen Kost auch noch wohl fühlen kann.




