Quartier-Feuer
Von Esther Kern. Aktualisiert am 20.06.2012
| Adresse: | Neufrankengasse 25 8004 Zürich |
| Telefon: | 044 241 79 97 |
| Url: | http://www.facebook.com/schlossli |
| Öffnungszeiten: | Mo – Fr 11 – 14, 17 – 24 Uhr, Sa 17 – 24 Uhr (während der EM auch sonntags ab 17 Uhr geöffnet) |
User-Rating
Profil
Preise
Moderat
Ambiente
Einfach/ungezwungen
Kriterien
Attraktiver Garten/Terasse, In-Lokal
Restaurantarten
Restaurant
Restaurant-Küche
Fleischspezialitäten, Frische Marktküche
Wie transferiert man eine typische Kreis-4-Beiz in die Neuzeit? Das Schlössli war über zehn Jahre lang in den gleichen Händen, es gab Währschaftes wie Metzgete und Kalbskopf. Die gedeckte Terrasse quoll über vor künstlichen Blumen, man traf Gartenzwerge und alteingesessene Gäste.
Panos Deligianis und Michael Sorg, beide Mitte 30, haben das Lokal übernommen und in zwei Monaten selber renoviert. Entstanden ist ein einfach gestalteter aber stimmiger Ort – der offenbar auch dem alten Wirtepaar Heidi Oertig und Charly Hug gefällt. Jedenfalls setzten sich die beiden an unseren Nachbartisch. Sie waren erfreut, dass wir sie erkannten. Ihnen sei das Schlössli einfach zu viel geworden, erklären sie. Er sei halt doch über Siebzig, so Hug.
Aber reden wir über die Küche, die wir im Schlössli geniessen durften. Das Angebot war etwas eingeschränkt. Nach herzlicher Begrüssung wurden wir darauf hingewiesen, dass leider der Kochherd an diesem ersten regulären Restaurantabend ausgestiegen sei. Am Eröffnungsfest in der Vorwoche habe er noch prima funktioniert. Glücklicherweise ist der Holzkohlengrill auf der gedeckten Terrasse quasi das Herzstück des Schlössli. Und so entschieden wir uns für ein Côte de bœuf (84 Fr. / 600 g, inkl. 2 Beilagen). Weil der Herd kalt blieb, erhielten wir eine Beilage zusätzlich ohne Aufpreis – eine Pannenkommunikation, die überzeugte. Das Côte de bœuf, das dann geschnitten auf dem Teller serviert wurde, schmeckte uns gut. Das Fleisch hätte jedoch etwas würziger, also besser gelagert sein dürfen. Und: Vorgewärmte Teller wären ein Muss. «In der Küche besteht definitiv noch Optimierungspotenzial, auch was die Logistik zwischen Grill und Tisch anbelangt», sagt Michael Sorg dazu. Geplant ist auch, spätestens für die Nach-EM-Zeit, eine kleine saisonale Karte: zwei Menüs, eines davon fleischlos. Bereits serviert werden mittags jeweils drei Menüs.
Die Küche hat uns zwar noch nicht hundertprozentig begeistert. Aber der Ort hat es uns trotzdem angetan, und wir werden wiederkommen. Genau wie das alte Wirtepaar, das offenbar täglich reinschaut. «Wir versuchen, auch die alten Gäste zu integrieren, das ganze Quartier anzusprechen», sagt Sorg. Dass das neue Wirtepaar das mit viel Herzblut macht, merkt man.




