Tages-Anzeiger



Gastro Aktuell Yooji's

Mehr als nur scharf

Von Esther Kern. Aktualisiert am 11.04.2012

Schweizer kennen Wasabi als grüne Paste – die oft nur wenig mit dem echten Wasabi zu tun hat. Es ist Zeit, sich auf das Original einzulassen.

Im Restaurant Yoojis im Seefeld wird Wasabi am Tisch geraffelt.

Im Restaurant Yoojis im Seefeld wird Wasabi am Tisch geraffelt.
Bild: Reto Oeschger

Hier gibts frischen Wasabi:

Yooji's Seefeld
Seefeldstr. 115
www.yoojis-seefeld.ch

www.shinwazen.com, Wasabi-Vorbestellung: arigatou@shinwazen.com (70 Fr. / 100 g; gewünschte Grösse im Mail angeben: 100 g, 60 – 80 g, 20 – 50 g)

Gartencenter Hauenstein
Winterthurerstr. 709
www.hauenstein-rafz.ch

Yooji's

Adresse: Seefeldstr. 115
8008 Zürich
Telefon: 044 383 92 92
Url: http://www.yoojis.ch
Öffnungszeiten: Restaurant: Mo-Fr 11-24, Sa 11.30-23, So 16-23 Uhr; Asian Market: So geschlossen.

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Profil

Preise

Moderat

Ambiente

Einfach/ungezwungen

Kriterien

Ganz Rauchfrei, Garten/Terrasse, In-Lokal, Kreditkarten - Ja, Rollstuhlgängig - Nein

Restaurantarten

Restaurant

Restaurant-Küche

Asiatisch, Japanisch, Sushi

Grün und scharf sind sie immer, die Wasabipasten. Doch häufig ist statt Wasabi ein anderer Scharfstoff drin, meist Meerrettich, der grün gefärbt ist. Weil viele noch nie frischen Wasabi genossen haben, fehlt natürlich der direkte Vergleich.

Es gibt allerdings diverse Wege, das zu ändern. In der Seefelder Niederlassung des Restaurants Yooji’s etwa kann eine Portion frischer Wasabi extra bestellt werden. Die Bedienung raffelt ihn direkt am Tisch – und sorgt damit für Gesprächsstoff an den Nachbartischen, denn die Delikatesse ist noch so rar, dass manche sie noch nie in natura erblickt haben.

Mit Zucker geraffelt sei Wasabi noch schärfer, sagt die Bedienung. Und scharf ist er denn auch. Aber nicht nur das. Er hat auch viel Aroma, schmeckt grasig-frisch. Dieses Extra an Geschmack hat seinen Preis: 4.50 Franken kostet eine Portion.

Auch in Japan ist Wasabi teuer. Und: Wasabi ist nicht gleich Wasabi. «Gute Qualität ist fast so gesucht wie weisse Trüffel aus Alba», sagt Yuko Suzuki vom Unternehmen Shinwazen.com mit Sitz in Zürich. «Echter Wasabi ist Wasserwasabi und wächst in fliessenden, kühlen Bergbächen.» Suzuki importiert Wasabi aus Japan und verkauft ihn für rund 70 Franken pro 100 Gramm. Sie kennt die Produzenten und setzt auf das Anbaugebiet Izu-Hanto, das bekannt ist für erstklassigen Wasabi. Soeben war sie persönlich dort – die Lieferung ist bereits ausverkauft. Die nächste erwartet Suzuki im Mai (vorbestellen per Mail, siehe unten).

Weil Wasabi so teuer ist, gibt es Nachzüchtungen mit dem Ziel, die Pflanze in Erde zu kultivieren. Allerdings, so Suzuki, sei das Resultat eher vergleichbar mit Meerrettich. Das hat auch Pascal Lovis festgestellt. Er ist Obergärtner bei Hauenstein. Das Gartencenter verkauft Wasabi-Pflanzen für den Balkontopf (9.60 Fr.). Lovis hat das selber probiert: «Aber der Wasabi war nur wenig scharf.»

Trotzdem kann es ja spannend sein, sich selber mal auf das scharfe Experiment einzulassen. Freunde, die man bekocht, werden sicher begeistert sein, wenn man ihnen erzählt, dass der Wasabi frisch aus dem hauseigenen Naschgarten kommt.

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2 KOMMENTARE

Alex Beck

18.04.2012, 10:20
star4

"Echter Wasabi ist Wasserwasabi und wächst in fliessenden, kühlen Bergbächen." Sowas haben wir doch hier auch, kann man da nichts züchten?


igor neuffer

18.04.2012, 07:32
star3

Ich weiss auch nicht genau warum. Aber in Japan wird Wasabi ausschliesslich auf einer Hai-Haut-Reibe geraffelt. Nur so als Nebeninformation.



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