Tages-Anzeiger



Gastro Aktuell Pavillon im Baur au Lac

Jedem seine Fonduebeiz

Von Daniel Böniger. Aktualisiert am 14.12.2016

Auch das Hotel Baur au Lac bietet jetzt Fondue an. Ein Gewinn für Fans der Käsespezialität.

Ein Chalet steht im Garten – der Grund dafür ist geschmolzener Käse.

Ein Chalet steht im Garten – der Grund dafür ist geschmolzener Käse.

Weitere Tipps

Walliser Keller
Vor dem traditionellen Fonduelokal stehen Gondeli aus Saas Fee, in denen ein spezielles Menü genossen werden kann: Glühwein, Walliser Plättli, Fondue Moitié-Moitié und Dessert kosten für zwei 138 Franken.
Zähringerstr. 21, 8001 Zürich

Chez Crettol
Hier isst angeblich auch Tina Turner ihr Fondue (ab 32 Fr.). Raclette à discrétion wird von der Walliser Besitzerfamilie ebenfalls gern serviert.
Florastr. 22, 8700 Küsnacht

Fribourger Fonduestübli
Wer seit über 40 Jahren die gleiche Spezialität anbietet, dürfte die Sache wohl beherrschen. Zehn verschiedene Kirsch zur Auswahl. Fondue ab 28.80 Franken.
Rotwandstr. 38, 8004 Zürich

Ziegelhütte
Fondueessen im Hüttendorf zu Schwamendingen. Zur Tritt-Käsesuppe gibt es sauer Eingemachtes aus dem eigenen Garten. Das Menü mit Fleischplättli und Dessert kostet 49 Franken pro Kopf.
Hüttenkopfstr. 70, 8051 Zürich

Pavillon im Baur au Lac

Adresse: Talstr. 1
8001 Zürich
Telefon: 044 220 50 22
Url: http://www.aupavillon.ch
Öffnungszeiten: Mo-Sa 12-14 und 19-22 Uhr, So 12-23.45 Uhr.

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Profil

Preise

Teuer

Ambiente

Feierlich/gehoben

Kriterien

Ganz Rauchfrei, Kreditkarten - Ja, Rollstuhlgängig - Ja, Weinkarte

Restaurantarten

Restaurant

Restaurant-Küche

Französisch, Frische Marktküche

Es ist das Zürcher Fonduelokal mit dem besten Champagner. Gemeint ist die Holzhütte, die noch bis Ende ?Dezember im Garten des Baur au Lac steht. Und man fragt sich da natürlich, ob dies nun einer Würdigung der Schweizer Käsespezialität gleichkommt oder sich das Fünfsternehaus nur beim Fussvolk anbiedern will.

Beim – nicht anonymen – Testbesuch rühren asiatische Touristen neben der Zürcher Jeunesse dorée zu beschwingter Musik in der Käsesuppe. Es bedient zuvorkommendes Personal, das österreichische Trachtenjacken trägt. Im Gebälk des gut 60-plätzigen Gastraums hängen Hirschgeweihe und Tierfelle. Das Ganze scheint gut anzukommen – denn das Lokal ist bis auf den letzten Platz besetzt. Und bis zu den Feiertagen sind nur noch wenige Tische buchbar.

Was auf die urchigen Holztische gestellt wird, hat kulinarische Qualität: Das Plättli mit Bündnerfleisch, Rohschinken, Salsiz und zwei Brotsorten ebenso wie der Nüsslisalat mit gehacktem Ei und Croûtons.

Das Fondue selbst – es darf auch nachbestellt werden – ist angenehm cremig. Die Mischung aus geschmolzenem Fribourger ?Vacherin und Gruyère liegt geschmacklich im mehrheitsfähigen Spektrum, ohne allerdings komplett auf den würzigen Charakter zu verzichten.

Zum Dreigangmenü gehört zudem ein Dessert. Die pochierte Birne mit leichtem Anisgout, Vanilleglace und Schokoladensauce gefiel uns ebenso wie die Meringue mit Vanilleglace und Doppelrahm.

Was dieser Dreigänger an einer so ?vornehm-gemütlichen Location kostet? ?98 Fran­ken, ohne Getränke. Interessant in diesem Zusammenhang: dass der Fendant von Charles Bonvin nur in 2-dl-Portionen bestellt werden kann (18 Fr.). Und dass eine Stange Bier mehr kostet als 4 cl Kirsch ?(9 resp. 8.50 Fr.). Ist dies vielleicht, damit sich die ungeübten Touristen nicht zu viel schäumendes Bier genehmigen? Dieses würde der Verdauung des Käsegerichts wohl nicht entgegenkommen.

Übrigens ist Käsefondue nicht die einzige Option für den Hauptgang: Auch Fondue chinoise, Raclette oder Entenbrust à l’orange werden angeboten. Der Preis für das Menü bleibt gleich. Nochmals zurück zur eingangs gestellten Frage: Ist das alles nun Ehrerbietung fürs Fondue oder einfach mal Baur au Lac für die breite Bevölkerung? Weder noch. Es ist eine weitere saisonale Fonduebeiz, die dazu beiträgt, dass jeder in Zürich die Spezialität in dem Rahmen essen kann, der ihm am meisten zusagt.

3 Gänge inkl. Fondue 98 Franken

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1 KOMMENTARE

mark rufer

25.12.2016, 12:14
star1

Wer will schon Ente a l'Orange in einem nach Kaese stinkendem Lokal zu sich nehmen? Die ticken doch nicht ganz. Abgesehen von den so 'guenstigen 'Preisen