Tages-Anzeiger



Gastro Aktuell Amadeus

Das beste Schnitzel weit und breit

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 12.01.2017

Das Amadeus in Schlieren übersieht man leicht. Doch wenn man einmal dort war, vergisst man es nicht wieder.

Lange bleibt dieses Schnitzel nicht vor einem liegen.

Lange bleibt dieses Schnitzel nicht vor einem liegen. Bild: Reto Oeschger

Wunschbeiz

In dieser Serie testen unsere Gastrokritiker alle ?14 Tage ein Lokal, das die Leser aus drei Vorschlägen mittels Onlineabstimmung aus­wählen: www.tagesanzeiger.ch/forum

Amadeus

Adresse: Bahnhofstrasse 6
8952 Schlieren
Telefon: 044 730 23 00
Url: http://www.amadeus-schlieren.ch
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-23 Uhr, Sa 17-23 Uhr

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Profil

Preise

Moderat

Ambiente

Einfach/ungezwungen

Restaurantarten

Restaurant

Restaurant-Küche

Fleischspezialitäten, Österreichisch

Vom Bahnhof Schlieren sind es nur ein paar Schritte bis zum Restaurant Amadeus, das in einem schmucklosen Bau aus den Siebzigerjahren untergebracht ist. Wer die Tür zum Lokal aufstösst, weiss aber bald: Hier bin ich richtig! Es genügt ein Blick auf die schön dünnen, fast kreisrunden, goldbraunen Schnitzel mit herrlich welliger Panade, die zusammen mit Petersilienkartoffeln und einem Schnitz Zitrone zu den Tischen getragen werden.

Der Chef, den alle nur Rene nennen, kann aber längst nicht nur Wiener Schnitzel. Auch die bei unserem Testbesuch zum Einstieg servierten Suppen sind unverschämt gut. In der gehaltvollen Steinpilzcreme mit Kräutern (9.50 Fr.) schwimmen dicke Steinpilzstücke, die Frittatensuppe (9.50 Fr.) besteht aus einer kräftigen, exzellent abgeschmeckten Bouillon inklusive Gemüseeinlage sowie einem Tellerchen mit den in Butterschmalz ausgebackenen Flädli, die in Österreich eben Frittaten heissen. Diese versenkt man höchstpersönlich in der Brühe und denkt sich, dass der solchen Genüssen abholde Suppenkaspar ein ziemlicher Trottel gewesen sein muss.

Es folgt eine grosse Schüssel mit Blattsalaten, Gurkenscheiben, Cherrytomaten, Peperoniwürfeln, Kürbis- und Granatapfelkernen an einem wunderbar säuerlichen Dressing mit Kürbiskernöl. Der Salat gehört bereits zum Wiener-Schnitzel-Arrangement (42 Fr.). Kaum ist er verzehrt, steht auch schon der Hauptgrund für diesen Wunschbeizausflug auf dem Tisch. Die Schnitzel schmecken dann sogar noch besser, als sie aussehen. Das Fleisch ist superzart, die Panade knirscht und knuspert schon beim Zerschneiden. So ein Meisterwerk ist selbst in Wien schwierig zu finden und um Klassen besser als das, was im von Fotokamera-bewehrten Touristen überrannten Figlmüller serviert wird. Zum Schnitzel isst man im Amadeus natürlich keine Pommes frites, sondern wacker gebutterte Petersilienerdäpfel, die jeder Diätköchin den Angstschweiss auf die Stirn treiben würden. Noch ein paar Preiselbeeren, und das Glück ist perfekt.

Den Durst stillen wir mit einer Flasche erfrischend mineralischem Grünem Veltliner Gebling von Sepp Moser, den es hier für äusserst faire 45 Franken gibt.

Als würdiger Abschluss für einen Schnitzelabend im Amadeus kommt eigentlich nur der luftige Kaiserschmarrn mit Zwetschgenkompott (17.50 Fr./Person) infrage. Die Riesenportion aufzuessen, ist hoffnungslos, aber versuchen kann man es ja. Denn die Mehlspeise ist wirklich köstlich.

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1 KOMMENTARE

Christoph Schiess

06.01.2017, 14:32
star4

Bitte Link anpassen: www.restaurant-amadeus.ch