Geniessen Sie das Ambiente!
Von Michael Lütscher. Aktualisiert am 21.09.2011
| Adresse: | Mühlebachstrasse 2 8001 Zürich |
| Telefon: | 044 250 59 30 |
| Url: | http://www.commercio.ch/ |
| Öffnungszeiten: | So - Do 11 - 24, Fr / Sa 11 - 2 Uhr |
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Profil
Preise
Moderat
Ambiente
Feierlich/gehoben
Restaurantarten
Restaurant
Restaurant-Küche
Italienisch
Es ist eines der wenigen Lokale der Stadt, die auf Anhieb gefallen. Weil es Stil verströmt. Ein Leuchter, der für mildes, angenehmes Licht sorgt, dunkles Mobiliar, helle Wände, Kellner mit schwarzen Schürzen und weissen Hemden. Und dazu diese imposante, alte Bar.
Eine gewisse Grandezza hatte das Commercio, dieses Restaurant mit Bar beim Bahnhof Stadelhofen, immer schon, auch wenn es klein und verwinkelt dazu war. Jetzt sind die Winkel weg, und die Gaststube ist um den Raum der angrenzenden Galerie erweitert worden. Das Restaurant wurde über den Sommer hinweg umgebaut.
«Mehr Licht, mehr Luft, mehr Platz. Das war das Ziel der Renovation», sagt Roland Lässer, Direktor Gastronomie der Betreiberfirma Commercio-Piccadilly AG.
Die Bar aus Holz, 1919 ins damalige Commercio an der Schützengasse eingebaut und 1973 hierhergezügelt, wurde restauriert. Und sie wurde neu platziert. Jetzt steht sie an der Stirnseite des Lokals, womit sie es noch stärker prägt als vorher. Weg sind all die gerahmten Fotos von ehemaligen und aktuellen Commercio-Stammgästen. Vor dem Umbau wurden alle, die noch leben, zum grossen Umtrunk eingeladen; ihr Bild erhielten sie als Souvenir.
Die Fotos dokumentierten die Rolle, die das Commercio in den 1970er- und 1980er-Jahren als Treffpunkt von Journalisten und Werbern spielte. Man traf sich hier der Lage und des Ambientes wegen.
Beliebt ist das Commercio noch immer. Wir besuchten es an einem Abend eine Woche nach der Wiedereröffnung - und jeder der rund 80 Plätze war besetzt. Geblieben sind auch Gerant Sandro Ciarfalia und mit ihm das gastronomische Konzept. Gekocht wird italienisch, vor allem Pasta, aber auch ein paar Fleischgerichte.
Der Tischrapport: Die Tomatensuppe (Fr. 9.50) war dickflüssig, als wäre sie mit Maizena angerührt worden, der Tintenfisch im Insalata polipo (Fr. 16.50) war zäh und hart. Die Hauptspeisen liessen auf sich warten; als die Scaloppine al limone (Fr. 35.50) auf den Tisch kamen, waren die Nudeln dazu fast kalt - der Kellner entschuldigte sich und offerierte ein Dessert. Die Taglierini unter den Steinpilzen (Fr. 27.50) waren warm, aber die Pilze sehr weich und nahezu geschmacklos. Der fette Merlot aus der Maremma (Fr. 6.80 / dl) half immerhin, einen gewissen Ärger runterzuspülen.
Was soll man dazu sagen? Das Commercio hält seine Tradition wach. Es war noch nie ein Feinschmeckerlokal.
Hauptgerichte 18 - 48 Franken
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3 KOMMENTARE
Unter hausgemachter Pasta stelle ich mir etwas Besseres vor, als die im Commercio und seinen Schwesterbetrieben (u.a. Commihalle, Mère Catherine, Restaurant Bahnhof Stadelhofen) servierten Teigwaren. Zwar wird die Pasta tatsächlich im eigenen Betrieb gefertigt, doch nicht etwa frisch vom passionierten Chef, sondern "industriell" und auf eine längere Haltbarkeit ausgelegt. Da schmecken mir selbst die im Supermarkt erhältlichen Produkte von Giovanni Rana besser, ebenfalls aus einem Industriebetrieb stammend, doch der liegt immerhin in Italien. Die zur Pasta gereichten Saucen könnten vieles wieder gut machen, leider auch hier Fehlanzeige: die Saucen wirken aufgewärmt, verkocht, fade bis versalzen. Für einen kurzen Espresso oder ein Dessert ist das Commercio ok, Essen aber - nein danke!
Das Commercio war schon immer ein Restaurant, das mit seinem Ambiente, ich sage Schnick Schnack, Punktet! Die Küche selbst war mir auch nicht Sympathisch, darum war ich nur zweimal dort. Das erste und das letzte mal. Lieber etwas weniger Schnick Schnack, dafür eine gute Küche!




