Tages-Anzeiger



Fernab der Hektik

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 04.01.2017

Währschafte Kost und Cheminéefeuer gibts im renovierten Riegelhaus.

Der Umbau hat sich gelohnt – oder?

Der Umbau hat sich gelohnt – oder?

Das Alte Klösterli hat sich gehörig herausgeputzt: Bis auf die Mauern ist nach der umfassenden und mit viel Geschmack durchgeführten Renovation so ziemlich alles neu. Den grossen Gastraum ziert eine Kassettendecke aus hellem Holz, im Cheminée hinten knistert ein Feuer – man fühlt sich mehr wie in einer ?luxuriösen Lodge in den Bergen als in einem Restaurant auf Zürcher Stadtgebiet.

Zu essen gibts hier vor allem Währschaftes. Ein passendes Angebot für hungrige Spaziergänger und Besucher des benachbarten Zoos, zu dem das Alte Klösterli organisatorisch gehört. Die Preise volkstümlich zu nennen, wäre ein wenig übertrieben, fünf Hauptgänge unter 30 Franken finden sich in Zürich aber längst nicht auf jeder Speisekarte.

Wir starten mit einem winterlichen Blattsalat (9.50 Fr.) an klassischer Vinaigrette – auch in einem Ausflugslokal muss man nicht das weisse French Dressing aus dem CC verwenden! – und einer guten, nicht zu süssen Kürbiscremesuppe (12.50 Fr.) mit Kürbiskernen und Kernöl in den Abend. Dass es zum Brot noch Butter gibt, freut uns ebenso wie die schöne Auswahl an lokalen Weinen. Den spritzigen Riesling-Silvaner ?Sylvie 2015 (49 Fr.) vom Weingut Nadine Saxer in Neftenbach würden wir jederzeit wieder bestellen, und wenn wir ein Restaurant hätten, bekäme der effiziente, fröhliche Kellner aus Sri Lanka sicherlich ein Jobangebot von uns.

Das Zürcher Geschnetzelte mit knuspriger Butterrösti (38.50 Fr.) erfüllt unsere Erwartungen nicht ganz. Das Fleisch ist zwar zart, aber etwas gar knausrig portioniert, die geschmacklich gute Sauce hätten wir uns sämiger gewünscht. Eine wahre Freude sind dafür die Käsespätzli (21 Fr.) mit Röstzwiebeln und Apfelmus. Nur leider sind sie nach unserem Testbesuch durch eine saisonale Variante mit Marroni, Bergkäse, Krautstiel und Kräutern (25.50 Fr.) ersetzt worden.

Die Desserts – unsere Wahl fällt auf Apfelstrudel mit Vanillesauce und Vermicelles mit Schlagrahm (je 12.50 Fr.) – sind nicht aufregend, aber solid. Für Kinder gibt es eine eigene kleine Karte mit sicheren Werten wie panierten Pouletstückli mit Pommes frites oder hausgemachtem Kartoffelstock mit Seeli und Cipollata. Eine kleine Portion kostet jeweils 12.50, eine grosse 16.50 Franken. Auf Wunsch sind alle Kinderteller mit einer Gemüsebeilage erhältlich.

Ab 18 Uhr stehen vier verschiedene Sorten Fondue von Natürli im Zürcher Oberland zur Auswahl, unter anderem mit Bio-Salsiz von Renzo Blumenthal oder Steinpilzen (je 34.50 Fr.). Zu jedem Fondue – die Standardvariante kostet 29 Franken – werden Gschwellti und dreierlei Holzofenbrot serviert.

Altes Klösterli
Klosterweg 36
8044 Zürich
Mo-So 23 Uhr
www.zoo.ch

Kommentar schreiben 






Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.


Bestätigen