Action!
Von Corina Freudiger. Aktualisiert am 08.02.2012
«Get ready for a phase of action!» So sprach Batman zu seinem Weltretter- und Legginskollegen Robin, kurz bevor eine riesige Rakete knapp neben ihrem Batboot ins Meer krachte. Das war 1966, im ersten «Batman»-Film, der auf der erfolgreichen TV-Serie basierte, der wiederum kiloweise erfolgreiche Comic-Hefte vorausgingen. Der Raketenangriff wurde natürlich überlebt, Joker und Co. überlistet und die Gerechtigkeit wiederhergestellt.
Phases of action gabs auch nach diesem Film unzählige – auf Papier, im Fernsehen, im Kino, als Computerspiel. Neuerdings fliegt Batman auch live: durch die Arenen der Welt nämlich, in einer Show, die weder Kosten (10 000 Millionen Franken) noch Material (50 Tonnen) noch Lastwagen (17) scheut. Das pompöse Spektakel, das letzten September in London uraufgeführt wurde und nun durch Europa zieht, vereint Zirkusartistik, Videokunst, Lichtshow, Theater, Kampfsport, Zauberei und Stunts. Da seilt sich Catwoman kopfüber ins Getümmel ab, Batman rast im fauchenden Batmobil durch die Szenerie, und in der Irrenanstalt Arkham hängen Jokers Opfer gruselig leichengleich von der Decke. Allen die Show stehlen aber die animierten Filmsequenzen auf einer 30-Meter-Leinwand in Fledermausflügelform, die auch lebendige Figuren verschlucken oder ausspucken kann.
Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist «eingängig und familientauglich», wie der Künstlerische Leiter Anthony van Laast in einem Interview erzählt. Sie handelt davon, wie Batman und Robin als Kinder ihre Eltern verlieren, zusammenfinden und gegen das böse Gesindel von Gotham City antreten. Dabei will «Batman Live» den Geist der alten Comics wieder auferstehen lassen. Die Vielschichtigkeit, wie sie Christopher Noland in seinen Filmen herausgearbeitet hat, sucht man bei diesen Figuren vergebens, dafür findet Robin in Catwoman und Batman eine Art Ersatzfamilie.
Die «Batman Live»-Macher sind übrigens nicht die Einzigen, die einen Superhelden auf die Bühne bringen. Kollege Spiderman ist zurzeit am New Yorker Broadway in einem Musical zu sehen. Dort läuft vieles schief; die Show musste mehrmals abgebrochen werden, weil die Spinne abstürzte. Das ist Batman noch nie passiert.
Eintritt 15 – 99 Franken



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