Slam, neu
Von Corina Freudiger. Aktualisiert am 02.05.2012
Nico Semsrott ist depressiv. Von Berufs wegen: Bei dem Poetry-Slammer aus Hamburg steht die Endzeitstimmung immer mit auf der Bühne, sie ist sein Markenzeichen. Eines Tages hatte er genug davon, oder einfach genug davon, immer nur fünf Minuten allein im Rampenlicht zu stehen. Semsrott wollte Neues ausprobieren und zettelte das an, was nun in Winterthur Premiere feiert: ein neues Format, an dem nicht gegeneinander an-, sondern miteinander aufgetreten wird.
In einer abendfüllenden Show, ohne Handlung, aber mit einem Thema: «Alle im Wunderland» handelt von jungen Menschen, die in einer skurrilen Welt – der unsrigen – ihren Platz zu finden versuchen. Dabei fliessen Texte und Nummern der einzelnen Künstler ineinander über, werden hier begonnen, dort weitergesponnen. «Es dauerte eine Weile, bis aus den Einzelkämpfern eine Mannschaft wurde. Oder eine Band, eigentlich sind sie eher eine Band», so Regisseur Daniel Wahl. Eine Kategorie dafür, was Semsrott, die Slammerin Theresa Hahl, der Rapper Knackeboul, der Musiker Ludwig Berger, die Tänzerin Irina Dubach, der Clown Hacki Ginda und die Sprayer von IBA The Crew zeigen, muss erst noch erfunden werden. Wahl jedenfalls verspricht: «Es wird chaotisch, düster, trashig, lustig, laut und leise.» Und alle stehen immer auf der Bühne. Nico Semsrott dürfte zufrieden sein.
Fr (Premiere), Sa, Di, Mi 20 Uhr Bis 26.5. Eintritt 30–50 Franken




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