Am Ende
Von Isabel Hemmel. Aktualisiert am 15.02.2012
Warum hat sich Julia Burger gerade das Stück «Illusionen» als erste eigene Regiearbeit ausgesucht? Zum einen aus dem ganz praktischen Grund, dass die Aufführungen in der Pfauen-Kammer mit wenig Personal auskommen müssen. Und zum anderen, weil sie es spannend findet, dass das Stück des russischen Dramatikers so viele Lesarten zulässt.
Julia Burger begann 2009 als Assistentin am Schauspielhaus Zürich. Heute, drei Jahre später, darf sie selber auf den inszenatorischen Chefsessel – zur Krönung ihrer Lehrzeit. Und wie fühlt sich das an? «Sehr aufregend», sagt Burger. «Man spürt am eigenen Leib, was Regisseure wirklich zu tun haben, versteht so manche Launen besser und merkt, wie wichtig eine gute Regieassistenz ist.»
In «Illusionen» geht es um zwei befreundete Ehepaare: Sandra und Danny, Margret und Albert, beide über 50 Jahre verheiratet, blicken angesichts des Todes auf Freundschaft, Liebe und Lügen zurück. Julia Burger interessiert besonders, wie «gerade heute, in unserer übermediatisierten Welt», unterschiedliche Blickwinkel unsere Wahrheiten beeinflussen. Sie lässt die vier Figuren von drei jungen DarstellerInnen (Karin Enzler, Janina Schauer, Patrick Güldenberg) spielen, die mal von aussen erzählen, mal in einzelne Rollen schlüpfen. Burgers Lehrmeisterin im Umgang mit Figuren war übrigens Daniela Löffner, Vorbild für die Genauigkeit im Arbeiten Barbara Frey. Nun versucht die junge Regisseurin das Gelernte auf ihre ganz eigene Weise umzusetzen.
Sa (Premiere. Restkarten an der Abendkasse) Di / Mi 20.30 Uhr Bis 29.3. Eintritt 30 / 20 Franken



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