Tages-Anzeiger



«Wenn er dreinredet, lese ich Lyrik»

Von mit Patrick Frey und Beat Schlatter mailte Corina Freudiger. Aktualisiert am 11.01.2012

Im neuen Stück von Patrick Frey und Beat Schlatter gehts um dünnes Eis und schmelzende Finanzen. Lesen Sie hier, wie es dazu kam.

Da weht bereits ein eisiger Wind bei Treuhänder Nussbaumer (Frey) und Schuldner Stierli (Schlatter).

Da weht bereits ein eisiger Wind bei Treuhänder Nussbaumer (Frey) und Schuldner Stierli (Schlatter).
Bild: Bernhard Fuchs


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In «Seegfrörni» prophezeit ein Wetterschmöcker das Zufrieren des Zürisees. Ein risikofreudiger Investor namens Frank Stierli will daraus Kapital schlagen. Doch dann geht einiges schief. Bald sitzt Stierli mitten in der Wirtschaftskrise auf tausenden von Schlittschuhen fest und muss erst noch mit dem bankrotten Treuhänder Magnus Nussbaumer zusammenspannen.

Wie kamen Sie auf diese Geschichte?
Schlatter: 2009 glaubte ich tatsächlich, dass die Seegfrörni kommt. Aufgrund der Prognose eines Muotataler Wetterschmöckers.
Frey: Und das Motiv des dünnen Eises hat uns fasziniert.

Was ist das Tolle an einem gefrorenen See?
Schlatter: Man kann das Bier hinstellen, wo man will, und es bleibt kühl.

War zuerst der Wunsch, ein Stück zur Finanzkrise zu machen, oder das Interesse an dem gefrorenen See?
Schlatter: Zuerst war da eigentlich der Wunsch, meine durch die Finanzkrise ausgelöste Finanzkrise zu bewältigen.

Stierli will aus seinem bisher erfolglosen Leben etwas Gewinnbringendes herausholen. Ihr eigenes Leben verlief bisher alles andere als erfolglos. Was würden Sie trotzdem mal noch gerne machen, wenn Sie könnten?
Schlatter: In der nächsten Saison beim FCZ mitspielen und gegen Basel in der 1. Halbzeit sechs Tore schiessen.
Frey: Ich würde gerne anschliessend den Starstürmer Schlatter für 38 Millionen an den FC Barcelona verkaufen.

Zurück zur «Seegfrörni»: Welches ist die schwierigste Szene? Zum Proben, zum Spielen?
Schlatter /Frey: Die Wasserszene. Mehr ver-raten wir nicht.

Sie schreiben Ihre Stücke zusammen. Wie geht das?
Schlatter: Wir treffen uns um 10 Uhr im Atelier und arbeiten bis 16 Uhr.
Frey: Der Rest ist Schweigen.

Reden Sie sich da nicht dauernd drein?
Frey: Leben ist Dreinreden.
Schlatter: Wenn er dreinredet, lese ich Lyrik.

Sie sind sich also nicht nur einig?
Schlatter/Frey: Einig ist das, was wir nie sind.

Sie arbeiten schon lange mit Katja Früh zusammen. Geht das immer reibungslos?
Schlatter / Frey: Katja Früh führt bei uns nur Regie, wenn sie von drei Therapeuten psychologisch betreut wird.

Was werden Sie nach der Premiere tun?
Frey: Kritiker abfüllen.
Schlatter: Ich bin nicht ganz sicher, die Stadt hat, glaube ich, etwas für uns im Muraltengut vor-bereitet. (grinst)

Do 20 Uhr (Premiere, ausverkauft!), Fr / Sa 20 Uhr, So 18 Uhr, Mi 20 Uhr Bis 26.2. Eintritt 35–55 Franken

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1 KOMMENTARE

Massimo Holder

2 Stunden lachen von Herzen einfach toll, toll, toll mehr verrat ich nicht



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