«Ich bin, was ich bin»
Von Bruno Rauch. Aktualisiert am 16.02.2012
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La Cage aux Folles
Clubbetreiber Georges und Albin, der in dessen Etablissement als Travestiekünstler Zaza auftritt, sind im echten Leben ein Paar. Gemeinsam haben sie alle Hochs und Tiefs, die eine 20-jährige «eheliche» und geschäftliche Verbindung mit sich bringt, überstanden. Jetzt droht eine weitere Krise: Jean-Michel, Georges' Sohn aus dessen Vorleben, steht vor der Hochzeit mit Anne, der Tochter eines ultrakonservativen Politikers. Das strapaziert die Familien hüben wie drüben ge- hörig. Und schafft manch brenzlige Situation. (rau)
Erich Vock, für die Rolle als Albin / Zaza werfen Sie sich in aufwendige Fummel inklusive Blondperücke und Make-up. Wie lange brauchts, bis Lidschatten, Klunker und falsche Wimpern montiert sind?
(lacht) Im Moment brauchen wir noch anderthalb Stunden – zuerst die Gipserei und dann die Feinarbeit. Aber es wird mit der Übung hoffentlich etwas zügiger gehen.
Andere Vorbereitungen?
Natürlich musste ich das Gehen in High Heels trainieren. Ich habe sie oft zu Hause getragen und damit mal beinahe einen Handwerker schockiert, der bei uns was reparieren musste.
Sie leisten sich diesen Auftritt zu Ihrem 50. Geburtstag. Verwirklichen Sie sich damit den Traum, mal als Frau auf der Bühne zu stehen?
Um präzis zu sein: Ich stehe als Mann auf der Bühne, der eine Frau spielt! Zwar bin ich in irgendwelchen Komödien auch schon mal in Frauenkleider geschlüpft. Richtige Travestie habe ich noch nie gemacht …
Auch nicht an der Fasnacht?
Doch, leidenschaftlich! Aber vor rund 30 Jahren, also bevor ich an die Schauspielschule ging. Als ich dann berufsmässig «es Gwändli» anziehen durfte, wars mit der Verkleiderei vorbei. Natürlich ist es toll, in diese irren Roben zu schlüpfen. Was mich aber besonders reizt, ist die Figur des Albin: ein Schwuler, der mit dem Älterwerden hadert und sich fragt, ob er seinem Partner auch weiterhin genügt. Und schliesslich zu sich selbst steht und sagt: Ich bin, was ich bin.
Es sind also nicht primär die Glamourszenen, die Sie reizen?
Sicher auch, aber die zutiefst menschliche Situation zielt weit darüber hinaus und betrifft wohl so ziemlich jede und jeden. Hinzu kommt, dass das Stück brillant geschrieben ist. Da sitzt jede Pointe.
Sie spielen mit Ihrem Lebenspartner Hubert Spiess auch im Stück ein Paar – wie fühlt sich das an?
Das gibt einerseits die kleinen üblichen Reibereien. Die Vertrautheit machts aber auch einfacher, weil man nicht zuerst eine körperliche und emotionale Distanz überwinden muss, wie das mit einem fremden Bühnenpartner mitunter der Fall ist.



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